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1991 hat Dr. Deepak Chopra einen Vortrag gehalten. Die ursprüngliche Seite auf http://www.uroboros.ch/ mit der deutschen Übersetzung ist nicht mehr verfügbar, der Link zum Vortrag führt nur mehr zu Werbung und die Domain http://www.uroboros.ch/ wird vom Provider zum Verkauf angeboten. Im Englischen heißt der Text "The Basics of Quantum Healing". Der deutsche Text ist allerdings keine Übersetzung des englischen sondern dürfte direkt von einem Audio-Mitschnitt des Vortrags übersetzt sein denn manche Fehler sehen wie akustische Missverständnisse der Übersetzer aus (und auf diese werde ich im folgenden nicht eingehen).

Der deutsche Text ist derzeit (2012) auf ca. 200 Websites zu finden, wie man sich durch eine google-Suche vergewissern kann, Tendenz nach wie vor steigend (2013). Er ist also nach wie vor aktuell und stellt das Fundament der Quantenheilung dar. Dieses Fundament wollen wir auf Standfestigkeit untersuchen. "Wir" bedeutet, dass mein Text mit Hilfe von Fragen und Kommentaren anderer Menschen entstanden ist, darunter sowohl Esoteriker als auch Quantenphysiker. Fragen und Kommentare bitte per email. Nachtrag 2015: Die oben verlinkte Google-Suche liefert nur mehr ca. 5 Treffer. Dieser Spuk dürfte also überstanden sein.


Auch wenn ich meine Ausführungen mit nicht ernst gemeinten Passagen auflockere ist es eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Ich teile Dr. Chopra's Ansichten in vielen Punkten nicht und bin über seine Motive im Unklaren, aber ich achte ihn und bin von seiner Intelligenz überzeugt. 

Dr. Chopra erwähnt in seinem Text etliche wissenschaftliche Versuche, berichtet von seinen Heilerfolgen und zitiert Aussagen von Wissenschaftlern. Diese nehme ich (vorerst einmal) ohne weitere Überprüfung zur Kenntnis. Dr. Chopra's Text, wie er auf etlichen Websites zu finden ist, wird im folgenden unverändert zitiert und die Zitate durch farbliche Unterlegung gekennzeichnet.

Quantenbewusstsein Vortrag von Dr. Deepak Chopra

Ich hoffe, in der nächsten Stunde eine kleine Verschiebung Ihrer Sichtweise zu bewirken. Was ich Ihnen verständlich machen möchte, ist das quantenmechanische Modell; nicht nur das Modell des menschlichen Körpers, sondern des Universums, das unser kosmischer Körper ist.

Wer erwartet, hier tatsächlich über das quantenmechanische Modell etwas zu erfahren wird enttäuscht und sollte sich lieber der (echten) Fachliteratur zuwenden. Aber dieser Text hier ist viel amüsanter. Science Fiction war gestern.

Unser wissenschaftliches Verständnis macht gegenwärtig einen Paradigmenwechsel durch. Die Wahrnehmung dessen, was die wirkliche Natur unserer materiellen Welt ist, erfährt eine Verschiebung. Bisher gründete die Interpretation der materiellen Welt, einschliesslich unseres Körpers, buchstäblich auf einem Aberglauben, nämlich dem Aberglauben des Materialismus, gemäss dem die Sinneswahrnehmung dafür massgebend ist, was wir als Wirklichkeit erfahren.

Da wäre es schon interessant zu wissen was nach 20 Jahren von dem angeblichen wissenschaftlichen Paradigmenwechsel zu bemerken ist.

Natürlich sagt mir schon der gesunde Menschenverstand, dass das nicht wahr sein kann; schliesslich erfahre ich durch meine Sinne, dass die Erde flach ist, was ich natürlich nicht mehr glaube. Ich erfahre, dass ich auf fixem Boden stehe, dabei wissen wir, dass dieser sich schwindelerregend schnell dreht und mit einer Geschwindigkeit von mehreren tausend Meilen pro Stune durch den Raum rast. Meine Sinneswahrnehmung sagt mir, dass die Sonne im Osten aufgeht, über den Himmel wandert usw., dabei gibt es bekanntlich dafür eine bessere Erklärung.

Stimmt. Die menschliche Sinneswahrnehmung wird durch Messgeräte und systematische Beobachtung erweitert.
Der "gesunde Menschenverstand" wäre ohne diese Hilfsmittel nicht in der Lage das zu erkennen.
Allerdings bewegt sich der Boden nicht schwindelerregend schnell, denn diese Bewegung erregt keinen Schwindel. Sonst müssten wir alle dauernd schwindlig sein.

Geschwindigkeit ist immer eine Frage des Bezugssystems und das Bezugssystem wählt man für die jeweilige Aufgabe geeignet. Wenn ich wissen will wie schnell ich laufen kann wird es nicht viel bringen, dies relativ zur Sonne oder relativ zur Galaxis zu messen. Wenn ich eine Adresse mit Hilfe eines Stadtplanes suche, dann tue ich so als ob die Erde unbeweglich, flach und rechteckig wäre. Das heute oft als Negativbeispiel herangezogene geozentrische System ist nicht falsch, wenn ich z.B. den Standort eines Schiffes mit Hilfe von Sternen bestimmen will ist es sogar sehr gut geeignet. Für viele andere Berechnungen ist es unhandlich, weshalb man in diesen Fällen das heliozentrische System bevorzugt.

Wenn ich mir mir versuche vorzustellen wie sich die Erde in einem anderen Bezugssystem bewegt, dann stelle ich mir vor dass ich schwindlig werden könnte. Wir werden noch öfter sehen dass es gerade Dr.Chopra selbst ist, der Vorstellung und Wirklichkeit verwechselt.

Natürlich kann man Dinge unnötig kompliziert machen indem man ein ungeeignetes Bezugssystem wählt. Dr. Chopra führt keine Berechnungen vor sondern errichtet nur verbale Gedankengebäude, da kann er mit diesem Trick natürlich Eindruck schinden.

Wer Quantenphysik betreibt sollte den "gesunden Menschenverstand" zu Hause lassen. Dieser kann mit den Aussagen der Quantenphysik nichts anfangen und und führt zu Fehlinterpretationen. Da zählen nur Berechnungen und Messungen.

Wollen wir uns einmal nicht des gesunden Menschenverstandes sondern der Logik bedienen:
Dass es Dinge gibt die wir mit unseren Sinnen nicht erfassen können, aber mit Messgeräten erfassen können, legt die Extrapolation nahe dass es noch weitere Dinge gibt die wir bisher nicht erfassen. Extrapolationen sind aber immer problematisch.
Also, die Logik sagt nur dass das nicht wahr sein muss, aber nicht dass es nicht wahr sein kann. Hier hat uns Dr. Chopra schon den ersten Trugschluss untergejubelt.

Vor etwa 20 Jahren führten Wissenschaftler an der Harvard Medical School ein Experiment durch; sie liessen eine Gruppe junger Kätzchen in einem Raum aufwachsen, in dem es nur horizontale Streifen gab, d.h., alle visuellen Reize waren horizontal. Eine andere Gruppe war in einem Raum mit rein vertikalen visuellen Reizen. Als ausgewachsene kluge Katzen konnte die eine Gruppe nur eine horizontale, die andere nur eine vertikale Welt sehen, und das hatte nichts zu tun mit ihrem ´Glaubenssystem`. Als man ihre Gehirne untersuchte, fehlten ihnen die interneuronalen Verbindungen für die Wahrnehmung einer vertikalen bzw. horizontalen Welt. In anderen Worten, die ursprünglichen Sinneseindrücke dieser Kätzchen hatten ihr neuronales System derart programmiert, dass schliesslich ein Nervensystem entstand, das sogar auf der atomaren Ebene nur noch eine Funktion hatte: die aufgrund der Sinneseindrücke gemachten ursprünglichen Erfahrungen immer wieder zu bestätigen und zu verstärken.

Und das nennt man gesunden Menschenverstand - bzw. Katzenverstand.
Mit "atomarer Ebene" hat das allerdings nichts zu tun. Es sind die gleichen Atome und Moleküle am Werk wie bei normal aufgewachsenen Tieren. Dass das Nervensystem auf atomarer Ebene anders sei ist schlichtweg falsch. Auf das Konzept der Ebenen kommen wir noch zu sprechen.

In der englischen Fassung steht nichts von der atomaren Ebene. Vertragen englischsprachige Leser weniger Blödsinn als deutschsprachige Leser? Kein Kompliment für uns.

Das obige Phänomen bezeichnen die Psychologen als PCC = Premature Cognitive Commitment, was so viel bedeutet wie: auf frühkindlicher Sinneserfahrung beruhende Festlegung. Frühkindlich oder im Frühstadium, da es in einem entwicklungsbedingten biopsychologischen Stadium geschieht; kognitiv, da es die Sinne programmiert, und Festlegung, da es uns in einer bestimmten Realität fixiert. Wir werden eingesperrt in dieser Realität, wir werden dazu konditioniert, in dieser Realität zu leben.
Von diesen Experimenten gibt es viele Variationen, d.h. diese PCC gibt es in allen Gattungen. Wir können ein einfaches Experiment machen mit Fliegen, die man in einen Topf sperrt, von dem man nach einiger Zeit den Deckel entfernt. Die meisten Fliegen ausgenommen einige Pioniere werden den Topf nicht verlassen können, auch wenn er nun offen ist; denn infolge ihrer ursprünglichen Sinneserfahrung erwarben sie ein PCC, demzufolge ihr Universum oben begrenzt ist.

Elefanten werden in Indien trainiert, indem man junge Tiere mit schweren Eisenketten an mächtige Bäume kettet. Nach und nach reduziert man die Stärke der Eisenketten; schliesslich lassen sich die Elefanten, nun ausgewachsene grosse Tiere, mit einem dünnen Seil an Äste anbinden, die nicht dicker als ein Weihnachtsbaum sind. Der Elefant ist nicht in der Lage zu entkommen, denn er hat eine Programmierung in seinem Geist-Körper, die ihn glauben macht, er sei in einem Gefängnis, respektive die Ketten seien unzerreissbar.

Gehen Sie zu einem Aquarium und reden Sie mit den Leuten, die mit Fischen experimentieren, dann erfahren Sie, dass die Fische manchmal voneinander getrennt werden, indem man Trennwände aus Glas in die grossen Tanks einfügt. Nach einiger Zeit kann man die Trennwände entfernen; die Fische schwimmen so weit, wie es die Trennwände erlaubten, aber nicht weiter, denn in ihrem Geist-Körper befolgen sie ein PCC: bis hierher und nicht weiter.

In dieser Weise könnte ich fortfahren und Ihnen viele weitere Beispiele nennen, die zeigen, dass unsere Sinneserfahrung in der Tat strukturiert wird, und zwar so, dass sie sogar die Anatomie und Physiologie unseres Nervensystems formt. Demzufolge dient unser Nervensystem letztlich nur einem Zweck: der Wiederholung und Festigung dessen, was nun zu einem Glaubenssystem geworden ist.

Die Redewendung: Ich glaube nur, was ich sehe, ist daher überhaupt keine physiologische Tatsache. Genau das Gegenteil ist wahr: Wir sehen (erfahren) nur, was wir aufgrund unserer Konditionierung glauben. Somit stellt sich die folgende Frage: Was ist die Welt wirklich, wie sieht sie in Wirklichkeit aus, was ist ihre wahre Beschaffenheit? Die Antwort lautet: Es kommt ganz darauf an, wer sie anschaut oder erfährt, und mit welchem Sinnesapparat wir sie betrachten. Die Augenzellen einer Honigbiene etwa können Licht in der für Sie und mich normalen Wellenlänge nicht wahrnehmen, dafür jedoch ultraviolettes Licht. Wenn nun eine Honigbiene von weitem ein Blume ´sieht`, dann nimmt sie nur den Honig wahr, nicht aber die Blume. Eine Schlange würde von derselben Blume nur die infrarote Strahlung wahrnehmen; eine Fledermaus das Ultraschall-Echo. Die Augäpfel eines Chamäleons sind an zwei Achsen beweglich aufgehängt. Wir können nicht im entferntesten erahnen, wie dieser Raum hier für ein Chamäleon aussehen würde! Nun also, was ist die Welt in Wirklichkeit, wie sieht sie aus, wie ist ihre wahre Beschaffenheit?

Interessante Gedankengänge, ich bin soweit im Großen und Ganzen einverstanden.

Hier sind zwar einige Fehler drin, beim Chamäleon und bei der Schlange, die sich aber als Übersetzungsfehler herausgestellt haben.

Man hätte Herrn Dr. Chopra das mit den Bienen und den Blumen vorher erklären sollen. Bienen sehen sehr wohl Farben die wir sehen (wenngleich die Empfindlichkeit des Auges im rot-Bereich geringer ist als beim Menschen) und sehen zusätzlich Ultraviolett. Aber auch im Ultraviolett sieht eine Blume wie eine Blume aus. Das weiß man weil man im ultravioletten Licht fotografieren kann.

Wenn wir Information zu unserer sensorischen Wahrnehmung dazu nehmen wie UV-Licht, dann bekommen wir ein etwas anderes Bild, aber eben kein vällig anderes. Man sieht keine Geister von Verstorbenen und keine Menschen die auf den Händen gehen. Umgekehrt, wenn man Information weglässt, wie z.B. bei einer Schwarzweiß-Fotografie, bleibt die Welt in ihren Wesenszügen die gleiche.


Unsere Sinne sind sogar noch viel schlechter als es uns erscheint. Das Auge bildet nur im Zentrum scharf und farbig ab, durch Bewegen der Augen und durch das Zusammensetzen der Teilinformation im Gehirn entsteht das Bild das wir gewohnt sind zu "sehen". Deshalb wird das Chamäleon nichts prinzipiell anderes sehen als wir.

Wie könnte eine Biene auf einer Blume landen wenn sie diese nicht sieht? Wie könnte die Biene zwischen Zweigen und Blättern durchfliegen wenn sie nur Honig sieht?
Weder Bienen noch Menschen können auf einer Blume Honig sehen, egal in welchem Licht, weil Honig nicht auf den Blumen ist sondern erst von den Bienen erzeugt wird. Das steht im englischen genauso falsch wie im deutschen.


Das mag jetzt spitzfindig klingen, aber wie will mir Herr Dr. Chopra erklären wie die Welt funktioniert wenn er schon bei den alltäglichen Beobachtungen scheitert?

Das ist wie wenn ich einen Bergführer engagiere um auf den Mont Blanc zu gehen und der Bergführer scheitert schon an der Türschwelle der Berghütte. Das mag lustig anzusehen sein, anvertrauen würde ich mich einem solchen Bergführer aber nicht.

Ein Weltbild das erkennbar falsch ist ist wertlos. Den Wert eines Weltbildes erkennt man unter anderem daran ob es mit der Beobachtung übereinstimmt. Der LHC musste erst beweisen dass er die bekannten Ergebnisse korrekt zeigt bevor man auf die Suche nach neuen Erkenntnissen ging. Ein Satellit der außerirdisches Leben suchen soll wurde erst dahingehend überprüft ob er vom Weltall aus Leben auf der Erde feststellen kann. Ein Weltbild das bei den Bienen und den Blumen schon versagt kann man getrost vergessen.

Wir können also gespannt sein in wie viele Gletscherspalten unser Bergführer purzeln wird.

Der Neurophysiologe und Nobelpreisträger Sir John Eckles machte folgende Aussage: In Wirklichkeit gibt es keine Farben, keine Stoffe, keine Gerüche, weder Schönheit noch Hässlichkeit. Da draussen gibt es nur pure Energiesuppe. Es ist eine im Grund genommen formlose, undefinierbare, fliessende Quantensuppe, aus der wir im Akt der Wahrnehmung in unserem Bewusstsein die stoffliche Welt konstruieren. Diese stoffliche Welt da draussen ist ein Feld unendlicher Möglichkeiten, das wir im Prozess der Wahrnehmung zu unsrer vertrauten stofflichen Realität machen, sozusagen kristallisieren.

Das halte ich für überspitzt und missverständlich. Formlos und undefinierbar ist die "Quantensuppe" natürlich nicht. Aber das was wir als Form wahrnehmen hat keine Entsprechung auf subatomarem Maßstab und umgekehrt. Daher ist es Aberglaube Quanteneffekte in makroskopischen Maßstäben herbeizureden. Und die Zahl der Möglichkeiten ist zwar groß aber nicht unendlich, gerade das besagt die Quantenmechanik.
Das Wort Feld ist hier absolut entbehrlich, aber daran müssen wir uns gewöhnen, es scheint das Lieblingswort der Quantenmystiker zu sein.

Wie komme ich dazu, einem Nobelpreisträger zu widersprechen?
Wie es in dem Satz schon steht: Sir John Eccles ist Mediziner, diese Aussage fällt nicht in das Gebiet seiner Kompetenz.

Wir sind wie der sagenhafte König Midas, der die wahre Beschaffenheit der Dinge nicht erfahren konnte, da alles, was er berührte, zu Gold wurde. So erfuhr er nie, wie sich eine Rose, eine Liebkosung oder ein Kuss anfühlt.
In Wahrheit gibt es also nur diese formlose, fliessende Quantensuppe, die wir im Akt des Wahrnehmens zu unserer gewohnten Realität erstarren lassen.

Wenn diese ominöse "Quantensuppe" formlos ist dann gibt es keine Materie und nicht einmal das was wir wahrnehmen und jenseits unserer Wahrnehmung erst recht nichts.
Jetzt bräuchten wir eigentlich gar nicht mehr weiter zu lesen.

In unserem gewöhnlichen Bewusstseinszustand können wir die wahre Beschaffenheit der Wirklichkeit nie erfahren, denn wir versuchen, das Ganze anhand einzelner, bruchstückhafter Sinneswahrnehmungen zu verstehen. Da wir ausser diesen bruchstückhaften Sinneserfahrungen nichts haben, werden wir das Ganze nie verstehen. Wir einigen uns mehr oder weniger über unsere subjektiven Erfahrungen und nennen das dann objektive Wissenschaft. Es ist zwar nichts objektives daran, aber wir denken es uns so! Wir nehmen an, dass der menschliche Körper aus Molekülen besteht, aus Materieteilchen, die aus irgendeinem unerfindlichen Grund herumschwirren, und dass diese dann ein FolgePhänomen erzeugen, dass wir Bewusstsein nennen. Das heisst, unsere Gedanken, Gefühle, Wünsche, Emotionen, Leidenschafen, Liebe, Hass, Gott, Himmel, Hölle, Sünde, Verdammnis, Erlösung, Erleuchtung beruhen auf umherschwirrenden Molekülen. Alles ist ein Tanz der Moleküle!

Stimmt.

Aufgrund eben dieses materialistischen Aberglaubens und dieser materialistischen Sichtweise, die das Modell des menschlichen Körpers nur wie eine erstarrte Skulptur darstellt, entstand ein völlig materialistischer therapeutischer Ansatz. Das Resultat sind die Pharmazeutika und chirurgischen Verfahren, welche wir Zauberkügelchen nennen können. So hört man Ausdrücke wie oh, wie tut das gut, etwa wenn man unglaublich viel gegessen hat und dann ein paar Alkaseltzer nimmt. Nachts, wenn man nicht schlafen kann, nimmt man Schlaftabletten, oder wenn Angstgefühle hochsteigen, nimmt man Beruhigungspillen, das verschafft einem Ruhe. Hat man eine Infektion, dann nimmt man ein Antibiotikum, so wird man die Infektion los; und wenn man Krebs hat, dann gibt es Chemotherapie, Chirurgie und Bestrahlung. Bei Schmerzen in der Brust schluckt man Nitroglycerin, oder noch besser, man lässt eine Bypass-Operation machen.

Dies alles sind die Zauberkügelchen unseres gegenwärtigen medizinischen Systems, das auf dem Aberglauben des Materialismus beruht.

Aberglaube ist das vorschnelle Annehmen von Kausalität.

Diese Definition von Aberglaube sagt aber nichts darüber aus was "vorschnell" bedeutet. Wie lange muss ich kausale Wirkungsketten untersucht haben bevor ich Kausalitätsbeziehungen annehmen kann? Wie lange muss versucht werden eine These zu widerlegen?
Dem Abergläubischen bleibt es verborgen, da er ja die von ihm beobachtete Kausalität bereits als wahr bezeichnet und wahrscheinlich sogar durch weitere Beobachtung bestätigt bekommt.

Die (Natur-)Wissenschaft erforscht das was wir Realität nennen seit einiger Zeit sehr intensiv, kann Vorhersagen treffen die in gewissen Bereichen mit sehr hoher Genauigkeit bestätigt werden (Astronomie, Physik,...), ist die Grundlage sehr erfolgreichen Handelns (Medizin, Technik,...), und versucht subjektive Bewertungen auszuschalten.

Trotzdem ist es immer noch möglich dass dabei etwas übersehen wird und dass irgendwelche unbekannten Kräfte am Werk sind oder eine bessere Beschreibung der Welt möglich ist. Daher ist es sehr begrüßenswert wenn der Versuch unternommen wird solche geheimen Kräfte zu ergründen, eine bessere Beschreibung zu liefern und unseren Realitätsbegriff gegebenenfalls als Aberglaube zu enttarnen.

Aber gerade jemand der wie ich von einer gewissen Neugier in diese Richtung getrieben ist muss aufpassen nicht einem neuen Aberglauben aufzusitzen und muss daher alternative Erklärungen kritisch unter die Lupe nehmen. Deswegen habe ich mir Dr. Chopra's Text vorgenommen. Wir können gespannt sein ob er uns neue Erkenntnisse bringt, ob die von ihm erhoffte Verschiebung der Sichtweise auch tatsächlich eintritt oder ob wir einen neuen Aberglauben serviert bekommen.

Aber sie funktionieren nicht, es sind hauptsächlich Symptombehandlungen.

Da wäre es hilfreich zu wissen was er unter "funktionieren" versteht. Auch die erfolgreiche Behandlung eines Symptoms ist doch eine Funktion. Und wenn es hauptsächlich Symptombehandlungen sind, dann heißt das eben dass es nicht ausschließlich Symptombehandlungen sind. Und was ist mit dem Rest?

Entweder verschleiern sie die Krankheitssymptome oder sie wirken auf den Krankheitsmechanismus irgendwie ein, während der zugrundeliegende Prozess weitergeht. Der Krankheitsmechanismus ist nicht dasselbe wie der Ursprung einer Krankheit. Dieser hat zu tun mit den elementaren Lebensprozessen wie Essen, Atmen, Verdauen, Stoffwechsel usw., hauptsächlich jedoch mit den Vorgängen im Bewusstsein, das sich durch eben diese Lebensprozesse ausdrückt. Wir können auf den Krankheitsmechanismus korrigierend einwirken, aber dann findet die Krankheit eben eine andere Art sich auszudrücken. Wir können die Vermehrung von Bakterien hemmen, letzten Endes züchten wir dadurch Antibiotika-resistente Organismen und riskieren, solche bei einem Spitalaufenthalt aufzulesen. Vor einigen Jahren kam bei einer Studie der California Medical Association heraus, dass in den Vereinigten Staaten jährlich über 100.000 Personen wegen Antibiotika-resistenten Organismen sterben, mit denen sie bei einem Spitalaufenthalt infiziert wurden. Zu jener Zeit war das mehr als das Zehnfache der durch das HIV- oder AIDS-Virus verursachten Todesopfer.

Was ist heute die häufigste Ursache für Drogenabhängigkeit? Es ist nicht der Stoff, den die Drogenbosse in Kolumbien produzieren, sondern das, was die Ärzte ganz legal verordnen. Gemäss einer Schätzung leiden 36% der Patienten in unseren Spitälern an einer sogenannten akrogenischen Krankheit, d.h. einer als direkte Folge einer biotechnischen medizinischen Intervention erworbenen Krankheit. Der Besuch beim Arzt als Krankheitsursache?

In den USA und in Grossbritannien nehmen 80% aller Leute täglich ein ärztlich verschriebenes Medikament ein. Und trotz der Tatsache, dass in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr Personen in der Krebsforschung tätig waren als es Krebskranke gab, nimmt die Anzahl der Krebsfälle weiter zu. Es muss also etwas falsch sein am Modell. Nicht dass biotechnisches medizinisches Eingreifen überhaupt nutzlos wäre, nein, es ist überaus nützlich in akuten Fällen. Aber was die Häufigkeit des Auftretens von Krankheiten oder die Sterblichkeitsrate bei Krankheiten in bezug auf eine gegebene Bevölkerung betrifft, erreichen wir mit der heute praktizierten Medizin nichts, wir verändern nur die Art, wie Krankheit in Erscheinung tritt. So haben wir keine Kinderlähmungs-, Pocken-, Masern- oder Diphterie-
Epidemien mehr, dafür sind degenerative oder geistige Störungen, Alzheimer, Krankheiten der Herzkranzgefässe, Krebs und verschiedene andere heimtückische Krankheiten an ihre Stelle getreten.

Ganz einfach weil die Menschen länger leben, und das auf Grund der angeblich nicht funktionierenden Schulmedizin. Krebs, Alzheimer etc. wirkt (im statistischen Mittel) langsamer und später. Wenn die Menschen vorher an einer Seuche oder an der heute behandelbaren Folge einer Verletzung sterben dann erkranken sie nicht an Krebs, Alzheimer etc.

Ärztliches Eingreifen hat das Erscheinungsbild der Krankheiten verändert, aber nichts bewirkt in bezug auf die generelle Morbidität und Mortalität.

Hat Dr. Chopra das Geheimnis des ewigen Lebens und ewiger Jugend ergründet? Das hätten wir nach 20 Jahren bemerkt.
Ein Wissenschaftler der die Mortalität aus der Welt schafft, oder zumindest die Lebensdauer merklich erhöht, hätte mindestens den Nobelpreis für Medizin erhalten.
Doch auch Dr. Chopra wird sterben, seine Patienten werden sterben....

Wenn Sie nun den menschlichen Körper so anschauen, wie er in Wirklichkeit ist, dann sehen Sie sofort, wie es schon der griechische Philosoph Heraklit ausdrückte, dass dieser Körper nicht eine in Raum und Zeit fixierte, erstarrte Skulptur ist; er ist eher einem Fluss vergleichbar, einem aus Energie und Information bestehenden Fluss.

Dazu müsste ich mich vorher vom "materialistischen Aberglauben" befreit haben, wie wir weiter oben erfahren haben. Und jetzt sehe ich es sofort? Ich sehe es mit meinen Sinnen die doch nur beschränkt sind? Dr. Chopra widerspricht sich bereits selbst.

Außerdem, wer denkt an eine erstarrte Skulptur?

Ein Fluss hat etwas Geheimnisvolles: Wenn Sie ihn betrachten, dann sieht er zu verschiedenen Zeiten immer gleich aus, obwohl er in der Tat jedes Mal neu ist. Heraklit sagte, Du kannst nicht zweimal in den selben Fluss steigen.

Ein Fluss ist ein klassisches Beispiel für das, was die indischen Rishis als Maya, Illusion, bezeichnen. Er verschafft Ihnen die Illusion von etwas, was in Wirklichkeit ganz anders ist. Er verschafft Ihnen die Erfahrung von Nicht-Veränderung, während er sich jedoch laufend verändert. Wie bei einem Fluss, so können Sie auch nicht zweimal in dieselben Gebeine, Gedärme und Hauthüllen steigen, denn in jeder Sekunde Ihrer Existenz wird Ihr Körper erneuert. Sie wechseln ihn leichter und spontaner, als Sie Ihre Kleider wechseln. Sie benutzen zum Sitzen auf Ihren Stühlen nicht dieselben Körper, mit denen Sie vor kurzem hereinspaziert sind. Sie können eine ganze Anzahl von Vorgängen heranziehen und feststellen, dass das buchstäblich so ist, zum Beispiel Essen, Atmen, Verdauen, Stoffwechsel, Ausscheidung und auch Bewusstsein. Mit einem einzigen Atemzug nehmen wir 10 hoch 22 Atome unseres Universums auf, das ist eine Zahl mit 22 Nullen. Diese beträchtliche Menge Rohmaterial aus dem Universum verteilt sich bis in die hintersten Ecken und Winkel unseres Körpers, bis in die Gehirnzellen, Herzzellen, Nierenzellen usw. Beim Ausatmen stossen wir 10 hoch 22 Atome aus, welche aus jedem Teil unseres Körpers kommen. Das heisst, dass wir buchstäblich Teile unseres Herzens und unseres Gehirns und unseres Nierengewebes usw. ausatmen, und so gesehen teilen wir miteinander andauernd und in intimer Weise unsere Organe buchstäblich! Das ist nicht bildlich gesprochen, wir teilen miteinander im wahrsten Sinne des Wortes andauernd und in intimer Weise unsere Organe.

Der amerikanische Dichter Walt Whitman sagte: Jedes zu dir gehörende Atom gehört auch zu mir. Das ist ganz wörtlich gemeint.

Natürlich nicht jedes Atom . Aber einem Dichter wollen wir eine Ungenauigkeit verzeihen. Im Prinzip stimmt das schon.

Untersuchungen des menschlichen Körpers mittels radioaktiver Isotopen und gestützt auf mathematische Berechnungen haben zweifelsfrei ergeben, dass jetzt, gerade jetzt, in Ihrem physischen Körper eine Million Atome zu finden sind, die einst im Körper von Christus waren oder in dem von Buddha, Leonardo da Vinci, Michelangelo oder Saddam Hussein! Nehmen Sie irgendeinen, der je auf diesem Planeten gelebt hat; in Ihrem physischen Körper kommt Rohmaterial vor, das in jenem physischen Körper war. Betrachten wir nur die drei letzten Wochen: 10 hoch 15 (eine Quadrillion) Atome gingen in dieser Zeit durch Ihren Körper, Atome, die früher einmal durch den Körper jeder lebenden Gattung auf diesem Planeten gingen; und innert weniger als einem Jahre ersetzen Sie 98% aller Atome Ihres Körpers. Das bedeutet: Sie machen alle sechs Wochen eine neue Leber, alle drei Monate ein neues Skelett, obwohl es so hart und solid erscheint, monatlich eine neue Haut, alle fünf Tage neue Magenwände. Sogar die Gehirnzellen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff gab es vor einem Jahr noch nicht, und die ebenfalls auf den Rohstoffen Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff basierende DNA, welche die Erinnerungen von Jahrmillionen menschlicher Evolution speichert, entsteht und vergeht alle sechs Wochen, wie eine kurzlebige Knospe und Blüte. Und wenn Sie es genau nehmen wie ein Buchhalter, wenn Sie jedes Atom und jedes Stückchen Gewebe und jedes Tröpfchen mitzählen, dann kommen Sie darauf, dass in weniger als zweieinhalb Jahren Ihr ganzer Körper, jeder Teil davon, bis zum letzten Atom ersetzt wird. Wenn Sie denken ´ich bin mein Körper`, dann geraten Sie in Verlegenheit: Welchen Körper meinen Sie eigentlich? Das diesjährige Modell ist nicht dasselbe wie das letztjährige und auch nicht wie das vom letzten Monat. So stehe ich nun vor Ihnen mit meinem 1991er Modell.

Stimmt.

Jeder Teil dieses Körpers, den ich benütze, um hier zu sein und mich auszudrücken, ist neu verglichen mit letztem Jahr und doch: Etwas davon hat sich anscheinend nicht verändert, nämlich meine Hoffnungen, Erwartungen, Träume, Ideen, Konzepte, Meinungen, meine Philosophie und Ideologie, meine Überzeugungen. Diese hängen hier etwas länger herum als mein physischer Körper, meine Gedanken haben offenbar eine etwas grössere Lebenserwartung als meine Moleküle. Aber auch sie ändern sich natürlich, meine Gedanken wie auch meine Gefühle, sie kommen und gehen von Augenblick zu Augenblick; sie scheinen jedoch die physische Form meines Körpers zu überleben. Vielleicht kann man sagen, das meine Gedanken und Gefühle sich fortwährend reinkarnieren als mein physischer Körper, im Hier und Jetzt, gerade jetzt. Meine Hautzellen erneuern sich jeden Monat, aber sie vergessen den Unterschied zwischen heiss und kalt nicht; ich habe neue Magenzellen alle fünf Tage, und sie sind in der Lage, Hydrochloridsäure zu produzieren; mein Geschmacksknospen werden alle fünf Wochen ausgetauscht, ohne dass sie den Geschmack von Erdbeereis vergessen. Und auch meine DNA, alle sechs Wochen neu, behält die Erinnerung an die ganze evolutionäre Entwicklung der Menschheit. Also ist mein Körper nur der Ort, den meine Erinnerungen jetzt gerade als ´mein Zuhause` bezeichnen.

Zwar nicht überraschend, aber gut formuliert.
Bereits im römischen Recht wurde definiert dass ein Schiff immer noch das selbe Schiff ist auch wenn im Lauf der Zeit alle Planken, Spanten etc. ausgetauscht sind und kein Bauteil mehr vom ursprünglichen Schiff stammt.

Vielleicht ist DNS überhaupt nicht ein Ding, sondern Leben schlechthin, ein abstraktes Bewusstseinsfeld, das als Materie in Erscheinung tritt, das sozusagen die Materie als Maske trägt. Vielleicht ist der Körper nicht eine physische Maschine, die Denken gelernt hat, vielleicht ist es gerade umgekehrt: Wir sind Intelligenz-
Impulse, Gedanken, die gelernt haben, einen physischen Körper zu bilden. Dasselbe würde für das ganze Universum gelten.

Vergessen wir nicht das Wort "vielleicht". Pure metaphysische Spekulation.
Das Wort Feld werden wir noch öfter hier lesen, es scheint sein Lieblingswort zu sein.

Gedanken haben nicht den physischen Körper gebildet. Umgekehrt, der Physische Körper bildet Gedanken. Später kommt diese Behauptung noch einmal und mit einer scheinbaren Begründung, die widerlege ich dort.

Gedanken können ihrerseits den physischen Körper in gewissen Grenzen beeinflussen, das ist Psychosomatik.

Ist das plausibel? Wenn Sie einer Physikerin die Frage stellen würden, ´Woraus besteht eigentlich das materielle Universum oder ein Körper?`, was würde sie sagen? Ihre Antwort wäre: Ein Körper besteht aus Atomen und die Atome setzen sich aus Teilchen zusammen; diese sind jedoch nicht feste Objekte, sie sind nur Fluktuationen aus Energie und Information in einer grossen Leere von Energie und Information.

Wenn Sie den Körper mit den Augen eines Physikers anschauen, dann sehen Sie nichts anderes als eine riesige Leere, in der es ein paar verstreute Fleckchen und Pünktchen gibt und dazu einige zufällige elektrische Entladungen.

So weltfremd sind die Physiker die ich kenne nicht. Auch wer weiß dass der Raum hauptsächlich leer ist sieht Gegenstände wie Kaffeetassen als Kaffeetassen.

Auch wer weiß dass sowohl Kaffee als auch Kaffeetasse hauptsächlich aus Leere bestehen ist nicht überrascht wenn der Kaffee in der Tasse bleibt statt nach unten durch die Tasse durch zu fließen. Das ist keine geheimnisvolle Eigenschaft des leeren Raumes sondern das Wirken elektromagnetischer Abstoßungskräfte. Und diese folgen den bekannten Gesetzen. Die Eigenschaften des leeren Raumes werden tatsächlich in der Quantenphysik erforscht, das ist eine streng mathematische Disziplin.

Obwohl ich weiß dass dieser Text hier nur aus elektrischen Ladungen in Speicherchips besteht sehe ich einen Text. Dr. Chopra versucht hier einen Konflikt herbeizureden den es nicht gibt.

Wissenschaftliche Beschreibungen der Welt folgen einem hierarchischen Aufbau. Für einen Anatomen ist es weitgehend unerheblich ob die Knochen die er untersucht aus Molekülen bestehen und woraus die wiederum bestehen. Für einen Soziologen ist es weitgehend unerheblich wie die Skelette der von ihm untersuchten Menschen beschaffen sind und wie die Galaxis beschaffen ist in der sie leben. Jede Erklärung ist für sich richtig und überprüfbar, die Schnittstellen sind gut untersucht und widerspruchsfrei, gemeinsam ergeben sie ein Weltbild.

Man spricht auch von Ebenen. Die subatomare Ebene, die atomare Ebene, die molekulare Ebene, die zelluläre Ebene etc. Natürlich ist es eine Kategorisierung und Vereinfachung wenn man nur in einer Ebene denkt. Die nächst höhere und tiefere Ebene sollte man daher berücksichtigen.
Dr. Chopra bedient sich selbst dieses Ebenen-Konzeptes.

Auf subatomarer Ebene gibt es die erwähnte Leere, doch Atome verhalten sich schon wie starre Kugeln (wegen der erwähnten Abstoßungskräfte). Ab der molekularen Ebene ist von der Leere nichts mehr zu bemerken.

Wie schon bei den Bezugssystemen für die Bewegungen gilt:
Man sollte ein geeignetes Modell wählen, das zu dem passt was man erforscht, also die geeignete Ebene. Auch hier kann man unnötig verkomplizieren indem man ein ungeeignetes Modell nimmt. Solange man nicht rechnet kann man auch ein unpassendes Modell wählen, auf diese Art wird man vor staunendem Publikum einen intelligenten Eindruck erwecken. Mehr aber nicht.

Denn so ist eben der menschliche Körper: 99,999999 Prozent davon wie auch das übrige Universum bestehen vor allem aus leerem Raum. Und das 0,000001 Prozent, das uns als Materie erscheint, besteht ebenfalls aus leerem Raum! Also ist ALLES leerer Raum. Die Frage ist nur, was ist die wahre Natur dieses leeren Raumes?

Mit Leere kann unser Hausverstand nicht umgehen, weil wir Leere in unserer Umgebung und dem unseren Sinnen zugänglichen Größenordnungen nicht erfahren. Da spielt uns der Hausverstand einen Streich, weil wir nicht gewohnt sind dass es etwas gibt das nichts macht und zu nichts gut ist. Die Materieteilchen wirken aufeinander über die bekannten Wechselwirkungen wie z.B. elektromagnetische Anziehung und Abstoßung. Über den leeren Raum hinweg.

Ist es ein Leersein von Nichts oder könnte es etwa eine Fülle nicht-materieller Intelligenz sein? Unser innerer Raum, der mit erstaunlicher Kreativität alles mögliche hervorbringt: Richtig und Falsch, Gut und Böse, Wonne und Schmerz, alles was wir als gegeben hinnehmen und was das Leben lebenswert macht, was ist dieser innere Raum eigentlich? Vielleicht ist er nicht ein Leersein von Nichts, sondern in der Tat der Schoss der Schöpfung selbst. Er ist möglicherweise teil eines Kontinuums, und zwar derart, dass es keinen Unterschied mehr gibt zwischen diesem inneren Raum und dem äusseren Raum.

Wieder einmal "könnte", "vielleicht", "möglicherweise". Dr. Chopra hat am Anfang versprochen über Wissenschaft zu sprechen, nicht über mystische Spekulationen.

Die Rishis in Indien untersuchten den menschlichen Körper und nannten ihn Chit-akash. Akash heisst Raum, chit heisst Bewusstsein, Gewahrsein; also voller nichtmaterieller Intelligenz. Die Rishis waren der Meinung, das Bewusstsein sei das Primäre und die Materie sekundär. Das Bewusstsein erzeugt, steuert, konstruiert und wird Materie, einschliesslich der Materie, aus der unsere Körper bestehen.

In den vergangenen 25 Jahren haben die Wissenschaftler erstaunliche Entdeckungen gemacht und bewiesen, dass genau dies der Fall sein muss, denn es zeigte sich folgendes: Wenn wir Gedanken und Gefühle haben, dann erzeugen wir gewisse chemische Stoffe in unserem Gehirn. Mangels eines besseren Ausdrucks nannte man sie Neuropeptide. Wenn wir Gedanken, Gefühle oder Emotionen haben, produziert unser Hirn gewisse chemische Substanzen, Neuropeptide genannt. Neuro, weil sie im Hirn gefunden wurden; Peptide, weil es sich dabei um proteinähnliche Moleküle handelt. Das bedeutet, dass ein Hirnteil mit dem anderen nicht in irgend einer menschlichen Sprache kommuniziert, wohl aber in der sehr präzisen Sprache der Neuropeptide, bei denen es sich um sehr präzise chemische Substanzen handelt. Sie können sich diese Substanzen auch als Schlüssel vorstellen, die nur in gewisse Schlüssellocher passen. In den Zellwänden anderer Neuronen befinden sich kleine Rezeptoren, die diesen Schlüssellöchern entsprechen. Das ist die Art und Weise, wie Neuronen miteinander kommunizieren. Man hat festgestellt, dass solche Rezeptoren nicht nur im Gehirn, sondern überall im Körper vorkommen, zum Beispiel in den Immunzellen. Immunzellen beschützen uns vor Infektionen, Krebs und degenerativen Erkrankungen. Das bedeutet mit anderen Worten, dass die Immunzellen unseren inneren Dialog ständig registrieren. Wir können keinen Gedanken, kein Gefühl, keine Emotion haben, ohne dass die Immunzelle mit Hilfe der spezifischen Rezeptoren davon weiss.

Keine logische Fortsetzung des vorher gesagten, sogar ein Widerspruch. Also nichts vom leeren Raum, denn auch Neuropeptide bestehen aus gewöhnlicher Materie.
Bei den Rezeptoren stimmt es ungefähr, aber die Neuronen im Gehirn funktionieren anders. Sie sind über Synapsen miteinander verbunden die ihre Information nicht durch die Art der ausgetauschten chemischen Botenstoffe unterscheiden sondern durch ihre Verschaltung. Diese Verschaltung ändert sich mit der Zeit (das bezeichnen wir als lernen).
Was Immunzellen "wissen" können ist deutlich weniger als das was das Gehirn weiß (sonst hätten wir kein Gehirn). Neuropeptide können die Wirkung der Neurotransmitter modulieren, das stimmt, mehr aber nicht.

Diese Erkenntnis erhärtet die bereits ältere Annahme, dass die Immunzellen eines Menschen, der über eine sehr lange Zeit einen unverhältnismässig schweren Kummer zu tragen hat, auch ´kummervoll` sind und dadurch anfälliger für Krebs, degenerative Erkrankungen usw. Diese Immunzellen führen den gleichen inneren Dialog wie die Hirnzellen, nämlich: ´Lasst mich in Ruhe; ich will nicht gestört werden` und unternehmen nichts gegen Infektionen oder Krebs. In den Immunzellen gibt es nicht nur die Rezeptoren für die Neuropeptide; sie sind auch in der Lage, die gleichen chemischen Substanzen zu produzieren wie das denkende Hirn.

Soweit noch ungefähr richtig.

Diese aufsehenerregende Erkenntnis bedeutet, dass die Immunzellen denken können; ihre Gedanken sind zwar nicht linguistisch strukturiert und können sich deshalb nicht in einer klaren Sprache ausdrücken, trotzdem werden die selben chemischen Codes produziert, wie sie das Hirn herstellt, wenn es denkt. Die Immunzelle ist also ein kleines bewusstes Wesen. Fragt man einen guten Neurobiologen nach dem Unterschied zwischen einer Immun- und einer Hirnzelle, so wird er ihn nicht nennen können, weil eine Immunzelle wie ein wanderndes Neuron aussieht und das Immunsystem wie ein wanderndes Nervensystem.

Da steht zum ersten Mal richtiger Blödsinn. Nervenzellen im Gehirn sind direkt miteinander verbunden und kommunizieren über elektrische Reizleitung. Das trifft auf Immunzellen nicht zu. Man kann Denkvorgänge im Gehirn mit EEG und bildgebenden Verfahren beobachten. Hier sind weit mehr und komplexe Phänomene am Werk. Es ist also grundsätzlich falsch zu behaupten dass die Kommunikationsvorgänge in Immunzellen und im Gehirn die gleichen sind.

Es dürfte eher so sein: Die Arbeit der Immunzellen ist für den Körper mit Kosten verbunden (man denke an Fieber, Durchfall etc). Daher wird das Immunsystem nur angeworfen wenn Aussicht auf Erfolg besteht. Die unspezifische Arbeitsweise der Kommunikation über Neuropeptide kann nicht zwischen physischer Bedrohung und anderen, vom Gehirn negativ bewerteten Inhalten unterscheiden. In positiver Richtung funktioniert es genauso unspezifisch. Das dürfte eher unser tierisches Erbe der Evolution sein. Jetzt schreibe ich "dürfte eher sein" weil es eine wissenschaftliche Hypothese und keine erhärtete Tatsache ist.

Die Vorstellung von Immunzellen als kleine bewusste Zwergerln, die fröhlich im Körper herumwuseln und nachdenken welche dummen Streiche sie spielen könnten, hat schon etwas drolliges an sich.

Abgesehen von der amüsanten Vorstellung frage ich mich warum Immunzellen so dumm sind, einen Menschen der schon genug Schwierigkeiten hat, im Stich zu lassen. Haben wir hier die molekulare Grundlage der Dummheit gefunden?

Und in den letzten 10, 15 Jahren hat man herausgefunden, dass dies nicht nur für die Immunzellen zutrifft, sondern auch für andere Zellen. Die Magenzellen produzieren die gleichen chemischen Substanzen wie das denkende Hirn, die Darmzellen, die Dickdarmzellen ... Wenn wir also sagen: ´Mein Bauch sagt mir dieses oder jenes`, so ist das durchaus wörtlich zu nehmen, weil ja der Bauch die selben chemischen Substanzen erzeugt wie das denkende Hirn. Der Bauch kennt noch keine Selbstzweifel: deshalb sind diese ´Bauchgefühle` vermutlich sogar reiner. Jetzt wissen wir also, dass wir einen denkenden Körper haben.

Dass Organe mit dem Gehirn wechselwirken ist interessant und richtig. Falsch ist es, wie schon oben, die Aktivitäten von Gehirn und den anderen Organen gleichzusetzen.
Zum Beispiel beeinflusst das Gehirn das Herz, etwa indem das Herz schneller schlägt wenn wir einen spannenden Film ansehen, das Herz kann über Hormone das Gehirn beeinflussen. Die Gedanken werden aber vom Gehirn erzeugt. Dr. Chopra verwechselt konsequent "Beeinflussen" mit "Erzeugen", wie wir auch später noch sehen werden.

Wo man auch hinschaut, findet man das gleiche Phänomen: Herzzellen, Nierenzellen, Hautzellen produzieren die selbe chemische Substanz wie das Hirn. Wenn Sie sagen, ´Mein Herz ist schwer vor Kummer`, dann ist Ihr Herz buchstäblich mit traurigen chemischen Substanzen beladen; wenn Sie sagen, ´Ich könnte vor Freude platzen`, dann ist Ihre Haut voll mit sehr glücklichen antidepressiven Molekülen, genannt Imipramin. Der Gehalt an Interlucent und Interferon, beides Antikrebsmittel, steigt bei Freude und Heiterkeit und nicht nur in der Haut und im Kreislauf. Auf der anderen Seite steigt bei Angst, Furcht und Zorn der Gehalt an chemischen Substanzen wie Cortison, Adrenalin oder Noradrenalin, die das Immunsystem zerstören. Unser Körper ist also buchstäblich eine Ansammlung von Ideen; er ist der physische Ausdruck eines Feldes, das mit sich selbst interagiert. Das Selbst macht Interpretationen für die Zellen, indem es diese chemischen Substanzen generiert, die überall und gleichzeitig im Körper auftreten. Sie breiten sich nicht etwa aufeinanderfolgend aus, sondern simultan im ganzen Körper. Wenn ich zum Beispiel den Wunsch habe, Wasser zu trinken, dann wird, sobald ich auf diesen Gedanken komme, von den Hirnzellen die Substanz AT2 produziert, die mein Verhalten so beeinflusst, dass ich nach Wasser Ausschau halte.

Eine chemische Verbindung kann zwar das Verhalten des Gehirns beeinflussen, etwa indem sie Wassermangel signalisiert, die Ausschau nach Wasser ist aber eine eigene Leistung des Gehirns die auf neuronaler Aktivität beruht und diese wieder auf elektrischer Reizleitung und der Verschaltung der Synapsen.

Es müsste ja für jede Zeile in einem Shakespeare-Drama eine chemische Verbindung geben, für jede noch zu machende Entdeckung müsste bereits eine einzigartige chemische Verbindung reserviert sein, usw.
Im Gebirge müsste eine chemische Verbindung gebildet werden die mich nach einer Quelle suchen lässt, in der Großstadt müsste eine andere chemische Verbindung gebildet werden die mich eine Flasche Mineralwasser kaufen lässt.
Es sind derzeit einige hundert Neuropeptide bekannt, die Zahl der möglichen Verbindungen ist auf jeden Fall begrenzt, also kann Dr. Chopra's Aussage allein schon deshalb nicht zutreffen.

Gleichzeitig produziert ein anderer Gehirnteil, der Hypothalamus, AT2 und löst damit die Ausschüttung des Hormons ADH aus, das bewirkt, dass der Körper Wasser zurückhält. Gleichzeitig produzieren meine Nierenzellen AT2 und halten Wasser zurück. Meine Herzzellen, meine Hautzellen produzieren es; mit anderen Worten, sobald ich die Idee habe, ´ich brauche Wasser`, so breitet sich diese Idee überall und gleichzeitig in meinem ganzen Körper aus, sie ist allgegenwärtig, allmächtig, allwissend.

Das ist ganz einfach falsch.
Es gibt Regelungsmechanismen wie gezeigt, aber eine Idee entsteht im Gehirn und ist auf das Gehirn beschränkt. Sie kann von anderen Körperteilen ausgelöst werden, normalerweise von Sinnesorganen, und wirkt auf andere Körperteile. Ohne Leistung des Gehirns gibt es aber aber keine Idee. Es sei denn man bezeichnet jegliche Information als "Idee".

Dr. Chopra reduziert den Menschen auf einen simplen chemisch gesteuerten Automaten. Die Absicht die dahinter steckt ist offensichtlich: Er versucht den Geist vom Gehirn wegzudefinieren weil er ihn von irgendwo wieder herdefinieren will, nämlich von seinen mysteriösen Feldern. Eine plumpe Täuschung seines Publikums, mit Wissenschaft hat das nichts zu tun.

Während eines einzigen Augenaufschlags laufen sechs Trillionen Reaktionen ab, die alle aufeinander abgestimmt sind. Dieses Feld ist nicht lokalisierbar, da das, was wir Geist nennen, allgegenwärtig und in allen Zellen gleichzeitig vorhanden ist. Wenn Sie z.B. Ruhe erfahren, dann darum, weil Ihr Körper Valium produziert. Dieses Valium, ein präziser Immuno-Modulator, der in allen Körperzellen gleichzeitig produziert wird, macht Sie im Unterschied zu dem von Hoffmann-LaRoche verkauften Produkt nicht zu einem Zombie. Dieses Feld ist im Körper buchstäblich allgegenwärtig. Sie werden sich nun fragen, ob es denn auf den Körper beschränkt ist. Die Antwort lautet: Nein, es ist nicht auf den Körper beschränkt, es dehnt sich darüber hinaus, es kann nirgendwo isoliert werden, nicht im Hirn und auch nicht im Körper. Es dehnt sich unendlich ausserhalb des Körpers aus; jenseits der Grenzen von Zeit und Raum.

Falsch. Er versucht es in den folgenden Sätzen zu beweisen, sehen wir wie er das bewerkstelligen will.

Nach jahrelangem Forschen haben Wissenschaftler im Menschen eine Gruppe von Hormonen nachgewiesen, die sogenannten Pheromone (Duft-, Informations- und Lockstoffe). Vielleicht haben Sie schon von diesen Stoffen gehört; sie sind die genaue chemische Entsprechung unserer Emotionen, nur dass sie nicht auf den Körper beschränkt sind, sondern sich darüber hinaus ausdehnen. Es wurde bereits vor dieser Entdeckung mit Pheromonen experimentiert, vor allem an Tieren und Pflanzen. Dabei wurde zum Beispiel folgendes beobachtet: Geht man in einen Wald und infiziert einen Baum mit Zigeunermotten, wird der Baum sofort Informationsstoffe in die Atmosphäre freisetzen, und in ein paar Sekunden wird der ganze Wald wissen, dass da eine Zigeunermotten-Infektion droht und seine Alarmbereitschaft erhöhen. Auf diese Weise teilt ein Baum seine Wahrnehmung oder sein Wissen anderen Bäumen mit.

Binnen Sekunden der ganze Wald? Da muss schon kräftiger Wind wehen. Dann hat der Wald ein anderes Problem, nämlich Windbruch.

Schauen Sie sich das geordnete Benehmen von Ameisen oder Bienenvölkern an, sie steuern es mit den Pheromon-Botenmolekülen. Termiten bauen im Dunkeln perfekte Termitenhügel, oft mit architektonisch perfekten Bogen. Auch sie kommunizieren mittels Pheromonen. In dieses Gebiet fällt auch das besonders grausame Experiment, das Stanford-Wissenschaftler mit Mäusen durchführten. Sie verabreichten ihnen Elektroschocks und entfernten sie nach einer Weile aus dem Labor. Dann brachten sie neue Mäuse hinein, die sofort in Panik gerieten und Cortison und Adrenalin produzierten. Sie hatten nämlich die Angst-Pheromone eingeatmet, welche die Mäuse während der Elektroschocks abgesondert hatten.
Alle Tierarten, einschliesslich der Menschen, scheiden Duftstoffe aus. Diese Pheromone sind tatsächlich das genaue Ebenbild unserer Emotionen, Gefühle und Gedanken.

Falsch. Diese Pheromone sind nicht das genaue Ebenbild unserer Emotionen, Gefühle und Gedanken. Wir müssten uns nicht der Sprache bedienen, könnten keine Geheimnisse haben und wüssten die Antworten auf alle Prüfungsfragen wenn es so wäre.

Wozu hat Dr. Chopra einen Vortrag gehalten? Binnen Sekunden hätte doch das ganze Auditorium seine Gedanken gerochen!

Als ich in diesen Raum kam und die gespannte Atmosphäre spürte, war Ihre Botschaft an mich nicht metaphorisch, sondern ausgesprochen direkt, denn im Raum waren Unruhe- und Angstpheromone.

Das Publikum hat Angst vor einem Vortrag? Die Angst hat er wohl eher selber gehabt. Angst davor dass jemand im Auditorium sein könnte der sich auskennt.

Wenn Sie sagen: ´Ich ging in dieses Heiligtum und spürte Friede, Liebe und Mitgefühl`, dann ist das wortwörtlich zu verstehen. Wenn Sie sage, ´Ich weiss nicht so recht, aber wenn ich diesen Kerl sehe, überläuft es mich kalt`, dann ist das eine wörtliche Aussage.

Ja, die Stimmung. Aber nicht die Gedanken. Nicht das was als Geist bezeichnet wird.

Der Philosoph Emerson machten den Ausspruch: Wer Du bist, dröhnt so laut in meinen Ohren, dass ich nicht verstehe, was Du sagst. Jetzt kennen wir die physiologische Ursache dafür. Worauf ich hinaus will, ist, dass dank der Forschungsarbeit im Bereich Körper-Geist gezeigt werden konnte, dass der Geist nicht-lokal ist. Er ist nicht auf das Hirn begrenzt und nicht auf den Körper; er dehnt sich aus, er ist ein nicht-lokales, überall und jederzeit existierendes Informationsfeld im Raum-Zeit-Kontinuum.

Nein, das wurde nicht gezeigt. Doppelt falsch.
Erstens: Pheromone sind auf die Luft als Trägermedium angewiesen.
Zweitens: Selbst wenn der Geist über die Luft übertragen werden könnte wäre er immer noch lokal im Sinne der Physik.
Wenn es sich um Nichtlokalität handelte dann bräuchte es keine Sekunden sondern würde instantan, also in 0,000...0 Sekunden im ganzen Wald (bzw. im ganzen Universum!) angekommen sein.
Das ist er nächste geschickt platzierte Trugschluss.

Dr. Chopra verlässt sich darauf dass sein Publikum nicht weiß was Nichtlokalität bedeutet.
Das ist es auch was ich an diesem Text moralisch verwerflich finde: Wer das liest und in Physik ahnungslos ist glaubt dass er weiß was Nichtlokalität ist.

Pheromone können beim Empfänger Stimmungen hervorrufen, und das tun sie auf Grund ihrer Interpretation durch den Empfänger.
Die Interpretation chemischer Botenstoffe ist - auf Grund der gemeinsamen Entstehungsgeschichte - bei Lebewesen sehr ähnlich. Hier wird suggeriert dass die Botenstoffe ohne diese gemeinsame "Sprache" Bedeutung hätten. Das ist aber nicht erwiesen.

Dieses Feld kann an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich erkenntnisfähig sein; an bestimmten Stellen kann das Bewusstsein sehr umfassend sein: totale Selbst-Erkenntnis. An anderen Stellen sind dem Bewusstsein Grenzen gesetzt, aber trotzdem ist dieses ganze Universum ein Bewusstseins- und Erkenntnisfeld.
Auch das hat Bewusstheit: Wenn man ein Elektron aus seiner Schale springen lässt, wird es vermutlich in diese Schale zurückspringen. Das bedeutet, dass eine limitierte Erkenntnisfähigkeit vorhanden ist, nämlich die Eins-zu-Eins Stimulusreaktion.

Der Begriff "Erkenntnis" wird hier sehr strapaziert. So als ob ein Lichtschalter Erkenntnis hätte ob er ein- oder ausgeschaltet ist. Ein Elektron in einem Atom und ein Lichtschalter können eine begrenzte Anzahl von Zuständen einnehmen und dementsprechend eine kleine Informationsmenge speichern.

Bewusstheit bzw. Bewusstsein ist das Erkennen der Erkenntnis (entsprechend der wissenschaftlichen Definition von Bewusstsein, die ich hier sehr vereinfacht darstelle). Das geschieht bei einem Menschen, zu gewissem Grad auch bei Tieren, aber sicher nicht bei einem Atom oder Elektron.
Oder hat jemand schon davon gehört dass ein Atom bewusstlos geschlagen wird? Dass man es narkotisieren muss bevor man es ionisiert?

Das Word Feld kommt hier sehr oft vor. Für jemanden der nichts davon versteht mag es irgendwie geheimnisvoll klingen, ist aber nicht weiter kompliziert und führt in diesem Satz zu nichts.
Der Begriff "Erkenntnis" ist hier schon überstrapaziert, der Begriff Bewusstheit ist hier völlig fehl am Platz.

Da der Feldbegriff so oft gebraucht wird, ist es an der Zeit ihn zu erklären. Er bedeutet dass jedem Punkt im Raum der Wert einer physikalischen Größe zugeordnet ist, beispielsweise die Temperatur (Skalarfeld) oder die Windgeschwindigkeit (Vektorfeld).

Den Feldbegriff verwendet man dort wo er Berechnungen vereinfacht. Man kann Temperaturgradienten berechnen, Quellen- und Wirbelstärken in Strömungsfeldern berechnen usw.
Wenn ich die physikalische Eigenschaft "Anwesenheit einer Kaffeetasse" untersuchen will, und auf dem Tisch stehen drei Kaffeetassen, könnte ich von einem Kaffeetassen-Anwesenheitsfeld sprechen, das überall den Wert null hat außer dort wo Kaffeetassen stehen, dort hat es den Wert eins. Oder, noch besser, ich nehme den Füllstand der Kaffeetassen damit ich nicht nur 0 und 1 habe. Dann könnte ich noch komplizierte Berechnungen anstellen was passiert wenn z.B. jemand eine Kaffeetasse austrinkt. Das ist nicht falsch aber es bringt nichts, darum tut man es nicht.

Ich könnte mir allerdings statt Kaffeetassen ein beeindruckenderes Wort einfallen lassen, Laien mit meinem neu erfundenen - nein, neu entdeckten - Feld in die Irre führen und Geld damit verdienen.

Aber wenn wir unbedingt ein "erkentnisfähiges Feld" annehmen wollen, dann besteht an dem Ort des Atoms die Erkenntnis- und. Handlungsfähigkeit ausschließlich darin, ein angeregtes Elektron auf seine normale Bahn zurückfallen zu lassen (und noch ein paar mehr, wie z.B. das Elektron ganz zu verlieren), da stimme ich mit Dr. Chopra überein. Und außerhalb des Atoms, im leeren Raum, ist die Erkenntnisfähigkeit des Feldes null. Das Atom kann also mit der Annahme des Feldes nichts anderes tun als wir ohne Annahme des Feldes ohnehin erklären können. Wir haben durch den Feldbegriff nichts gewonnen, daher ist seine Verwendung hier genau so sinnlos wie mein Kaffeetassenfeld.

Je weiter Sie in der Evolutionshierarchie von Leben zu Leben emporklettern, desto vielfältiger werden die Reaktionen auf den gleichen Stimulus;

Wie kommt er jetzt plötzlich vom Elektron zum Leben und das über die "Evolutionshierarchie"? Hat er gerade die Evolution der Elektronen "erfunden"?

Ansonsten ist das eine banale Aussage die ohne Zuhilfenahme des Feldbegriffs auskommt.

hinauf zur Tierwelt, weiter zum menschlichen Nervensystem und endlich zum selbsterkennenden menschlichen Nervensystem, durch das sich das Universum seiner selbst bewusst wird.

Jetzt ist es doch plötzlich doch wieder das Nervensystem und nicht mehr die Pheromone, auch nicht die chemischen Substanzen wie AT2? Dr. Chopra widerspricht sich selbst.

Seiner selbst bewusst wird der Mensch. Alles weitere wäre zu begründen, wobei das bisher gesagte nicht einmal dann als Begründung taugen würde wenn es richtig wäre.

Man könnte auch sagen, dass das Universum durch das erleuchtete menschliche Nervensystem seiner selbst bewusst wird.

Redet er jetzt von Wissenschaft oder von Religion?

Ich bin meiner bewusst und ich bin nicht erleuchtet.
Auch ein Erleuchteter ist sich seiner selbst bewusst.
Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Aber das gesamte Universum ist dieses Feld geistiger Wachheit, das an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich intensiv erkenntnisfähig ist.

Was soll ein "Feld geistiger Wachheit" sein?
Genau so sinnvoll wie mein Kaffeetassenfeld. Nämlich sinnlos.

Bewusstsein kreiert auf diese Weise nicht nur unseren menschlichen Körper, sonder auch den kosmischen Körper, den wir ´Umwelt` nennen.

Bewusstsein kreiert das Abbild dessen was wir unseren menschlichen Körper nennen und das Abbild dessen dessen was wir ´Umwelt` nennen.
Die Umwelt sagt mir verlässlich wo mein Abbild zu weit von der Realität abweicht.
Allerdings ist es eben ein Abbild, und dieses Abbild mit der Realität zu verwechseln ist genau die Beschränktheit die er anfangs der materialistischen Sichtweise vorgeworfen hat.

Der Gedanke ist andererseits unterhaltsam: Mit Ptolemäus begann die Sonne, um die Erde herum zu laufen. Mit Galilei stoppte die Sonne abrupt, die Erde setzte sich in Bewegung. Damals fielen alle Gläser von den Tischen, aber die Berichte über dieses Ereignis fielen der Zensur zum Opfer. Was geschah während Galilei's Bewusstsein eine um die Sonne laufende Erde kreierte, das der Kirchenväter aber eine Sonne kreierte die um die Erde lief? Ach ja, während dieser Zeit waren Erde und Sonne wahrscheinlich in einem quantenmechanischen Überlagerungszustand. Zur Sicherheit sage ich dazu: Das ist ein Scherz. Es gibt Menschen die könnten so etwas ja wirklich glauben.

Und wie kann das Bewusstsein Planeten im luftleeren Raum erschaffen obwohl Geist auf Pheromone zu seiner Übertragung angewiesen ist? Ach ja, das sind wohl nichtlokale Pheromone (wieder ein Scherz).
Hier muss ich einräumen dass der Mensch tatsächlich die Angewohnheit hat, Sinneseindrücke bevorzugt so zu interpretieren wie es seiner Erfahrung und seinem Vorwissen entspricht. Das ist im Prinzip eine sinnvolle Vorgehensweise, kann aber zu Fehleinschätzungen führen. Was Dr.Chopra daraus macht ist aber zumindest maßlos übertrieben und, wenn man es wörtlich nimmt, schlichtweg falsch.

Nur durch das Artefakt unserer sensorischen Wahrnehmung erleben wir uns getrennt vom kosmischen Körper. Ich habe also einen persönlichen Körper und einen kosmischen Körper, die beide von entscheidender Bedeutung für mein Überleben sind.
Das ist also das neue, wissenschaftlich fundierte Paradigma.

Das ist weder ein Paradigma noch wissenschaftlich.

Wissenschaft beruht auf der sensorischen Wahrnehmung, wobei die Sensorik des Menschen durch Messgeräte ergänzt wird.
Mit welchem Messgerät er "nicht-sensorische" Wahrnehmungen machen will und den "kosmischen Körper" erforscht wäre interessant zu erfahren.

Es ist auch die Grundlage von Ayurveda, der heutzutage wieder hochaktuell ist. Er sagt folgendes aus: Wie das Atom, so ist auch das Universum; wie der Mikrokosmos, so ist auch der Makrokosmos; wie der menschliche Körper, so ist auch der Kosmische Körper, wie der menschliche Geist, so ist auch der Kosmische Geist.

Ayurveda ist nicht wissenschaftlich. Da mögen solche Aussagen gelten. Das ist keine (ab)Wertung von Ayurveda, ich sage damit nichts gegen Ayurveda. Aber Dr. Chopra's selbst gewähltes Thema heißt Wissenschaft.

Außerdem kann der Satz so nicht stimmen denn dann wäre entweder Ayurveda neu oder das Paradigma nicht neu.

Die Ähnlichkeit zwischen einem Atom und dem Universum beschränkt sich im Wesentlichen darauf dass beides Hauptwörter sind.
Außerdem dürfte hier das Universum mit dem Planetensystem verwechselt worden sein.

Ein Atom mag bei sehr oberflächlicher Betrachtung Ähnlichkeiten mit einem Planetensystem haben, in Kinderbüchern sind beide so aufgezeichnet. Es ist eine unterhaltsame Vorstellung dass jedes Elektron ein kleiner Planet ist und der wieder aus Atomen besteht usw. Dass es nicht so ist sagt allerdings die Quantenmechanik, und wir haben anfangs gehört dass dieser Vortrag von Quantenmechanik handelt....

Wenn sich die Wissenschaftler manchmal vor diesem dummen Kosmischen Geist fürchten, dann beruhigen wir sie, indem wir sagen, dass wir gar keinen Kosmischen Geist brauchen, sondern dass es sich um ein Nicht-lokales Informationsfeld mit auf sich selbst Bezug nehmenden kybernetischen Feedbackschlaufen handelt.

Zusammenhanglose Aneinanderreihung von Fachausdrücken die dem Laien wohl Ehrfurcht einjagen sollen um ihn am Hinterfragen zu hindern.

Nichtlokalität ist eine bemerkenswerte Eigenschaft der Quantenphysik.

Dass mit nichtlokalen Effekten (Verschränkung) keine Information transportiert werden kann, war schon vor 20 Jahren bekannt. Von Information können wir in der Quantenphysik erst sprechen nachdem eine "Messung" also Interaktion mit einem makroskopischen Objekt stattgefunden hat und die nichtlokalen Phänomene zusammengebrochen sind. "Nicht-lokal" und "Information" ist daher ein Widerspruch.

Wie oben gezeigt, der Feldbegriff bedeutet dass jedem Punkt im Raum der Wert einer physikalischen Größe zugeordnet werden kann. Nichtlokalität ist das Gegenteil, z.B. der Spin eines Elektrons bzw. das Elektron selbst ist auf mehrere Orte "verteilt", kann also keinem Punkt im Raum zugeordnet werden. "Nichtlokales Feld" ist ein Widerspruch in sich.

Diese Antwort befriedigt die meisten Wissenschaftler.

Das ist wohl eher der Punkt an dem es die meisten Wissenschaftler aufgeben sich weiter mit solchem Unsinn zu befassen.

Schauen wir also, wie wichtig das Gesagte für uns Lebewesen ist. Bedeutet es den Unterschied zwischen Gesundheit und Krankheit, zwischen Überleben und Tod? Lassen Sie mich über ein paar Experimente berichten, von denen ich denke, dass sie Sie faszinieren werden: Vor ein paar Jahren führte ein Wissenschaftler namens Herbert Specter am National Institute of Health ein Experiment durch, bei dem er einigen Mäusen die chemische Substanz Poly-A-c injizierte, die das Immunsystem stärkt; gleichzeitig liess er sie Kampfer riechen. Nach einigen Malen stimulierten die Mäuse ihr Immunsystem automatisch, wenn sie Kampfer rochen. Er nahm eine zweite Gruppe von Mäusen, injizierte ihnen die chemische Substanz Cyclophosphamid, die das Immunsystem zerstört, und liess sie gleichzeitig Kampfer riechen. Nach einigen Malen zerstörten die Mäuse ihr Immunsystem automatisch, wenn sie Kampfer rochen. Wir haben also zwei Gruppen Mäuse: Die eine riecht Kampfer und stimuliert das Immunsystem, die andere riecht Kampfer und zerstört das Immunsystem. Wenn man der einen Gruppe ein karzinogen verabreicht, erkrankt sie innerhalb ein paar Wochen an Krebs und stirbt daran; wenn man sie mit Pneumokokken infiziert, so stirbt sie nach ein paar Wochen an einer Lungenentzündung. Die andere Gruppe erkrankt nicht. Was macht also bei diesen Mäusen den entscheidenden Unterschied zwischen Überleben und Tod aus?

Es ist die Interpretation der Erinnerung an den Geruch von Kampfer. Noch einmal: Der entscheidende Unterschied liegt in der Interpretation der Erinnerung and den Geruch von Kampfer.

Ist dieses Forschungsergebnis für uns Menschen relevant? Es ist sogar sehr relevant, weil wir uns gleich diesen Mäusen meistens wie Pavlow´sche Hunde verhalten, die beim Bimmeln einer Glocke anfangen zu geifern. Wir sind bestimmten Erinnerungen ausgeliefert, verknüpfen diese mit gewissen Stimuli und rufen die selben Reaktionen immer und immer wieder hervor. Wir werden die Opfer unserer Erinnerungen, und die Tragödie dabei ist, dass mein Quälgeist von heute mein Überbleibsel von gestern ist.

Schon gut, aber das hat überhaupt nichts mit dem vorher gesagten zu tun. Bekannt als Psychosomatik.

Wir haben schätzungsweise 60.000 Gedanken täglich. Das ist nicht weiter überraschend; was uns aber ein wenig beunruhigen könnte, ist die Tatsache, dass 95% der Gedanken, die wir heute haben, identisch sind mit denen von gestern.

Das beunruhigt mich gar nicht. Das ist unsere Erfahrung und die ist zum größten Teil wertvoll.
Schließlich leben wir heute in der selben Welt wie gestern.

Wir werden also buchstäblich zu Bündeln konditionierter Reflexe, die ständig auf irgendwelche Leute und Umstände mit voraussehbaren biochemischen Reaktionen und Verhaltensmustern reagieren.

Das wäre so wenn es nicht 95% sondern 100% wären.
Aber gerade der von Dr.Chopra behauptete Mechanismus würde ein solches deterministisches Verhalten hervorbringen.

Wenn wir uns dieser Tatsache bewusst werden, dass sich unser Körper täglich so sehr verändert, jährlich so oft erneuert, alle Atome in uns, weshalb leiden wir dann immer noch unter Arthritis, wieso ist der Krebs immer noch da, warum die Arterie immer noch blockiert? Die Antwort auf diese Frage ist, dass die Quantenströme und die intelligenten Muster, die diese physikalischen Antworten generieren, sich nicht ändern. Wenn Sie wirklich Ihren Krebs loswerden wollen, dann müssen Sie den ´Krebsgeist` austreiben. Der Krebsgeist ist nichts anderes als das Zellgedächtnis, ein Quantenfluss auf zellulärer Ebene.

Hier wird das Wort "Quantenströme" einfach so, ohne vorherige Erklärung eingeworfen. So als ob es etwas selbstverständliches wäre und man sich lieber nicht blamiert indem man nach dem Vortrag fragt was das sein soll. Es ist nämlich nur Unsinn.

Er vermischt die Ebenen. Was soll ein "Quantenfluss auf zellulärer Ebene" sein? Da fehlen ein paar Ebenen dazwischen. Auf der molekularen Ebene ist bereits Schluss mit Quanteneffekten. Quantenphysik ist exakte Wissenschaft. Sonst zitiert Dr. Chopra gerne Forschungsergebnisse, hier sollen wir uns mit der Behauptung begnügen.

Das Zellgedächtnis muss es geben, allein schon weil bei der Erneuerung des Körpers wieder ein menschlicher Körper entstehen soll der im wesentlichen dem bisherigen gleicht. Kein Rhinozeros und kein formloser Zellhaufen.
Das Zellgedächtnis besteht in der DNA (und weiteren Zellbestandteilen). Das ist gewöhnliche Materie, da spielen Quanteneffekte keine Rolle.

Sie müssen auf diese tiefe Ebene gehen, den ganzen Prozess beobachten und dann die intelligenten Muster umstrukturieren, die uns unsere physische Erscheinung geben. Wenn Sie wissen, wie es geht, dann können Sie nicht nur Krankheiten loswerden, sondern Sie können Ihren Körper neu strukturieren (eigentlich tun Sie dies unbewusst ja sowieso die ganze Zeit). Stellen wir uns einmal ein Backsteinhaus vor, und dass wir jeden Backstein einmal jährlich ersetzen können. Da wir nun in der Vorstellung gefangen sind, das Haus in dieser Form sei das Einzige, was wir hervorbringen können, werden wir immer und immer wieder das gleiche Haus erschaffen. So restrukturieren wir zum Beispiel durch die immer gleichen Intelligenzmuster die gleichen Muster einer biochemischen Herzerkrankung. In unsrer Kultur stehen Herzerkrankungen als Todesursache an erster Stelle, und es scheint, zumindest deutete dieses Experiment darauf hin, dass einfache Dinge wie Streicheln, Berühren, Liebkosen, Küssen und Sprechen den entscheidenden Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen können. Folgendes Experiment wurde kürzlich von der Universität Miami im Journal of Pediatrics of Florida veröffentlicht. Dabei wurden Neugeborene in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Gruppe wurde in Kinderbettchen gehalten, die mit Öffnungen versehen waren, durch die ein Forscher das Baby dreimal täglich während jeweils sechs Minuten streicheln konnte. Mann nannte das natürlich nicht streicheln, sondern Kinesthetic-Tactile Petting-Stimulation, was frei übersetzt Streicheleinheiten verabreichen heisst, um ja das Wort ´Liebe` nicht zu verwenden. Jedenfalls nahmen diejenigen Säuglinge, die dreimal täglich während fünf bis sechs Minuten Streicheleinheiten erhielten, bei gleicher Ernährung täglich 40 50% mehr an Gewicht zu als die anderen. Daraus folgerten die Forscher, dass es sich bei der Kinesthetisch-Tactilen-Petting-stimulation um eine kosteneffektive Methode handle, da man damit pro Behandlung dreitausend Dollars sparen kann und die Kinder viel schneller aus der Behandlung entlassen werden können. Es gäbe unzählige weitere ähnliche Beispiele. Ich werde es bei diesem bewenden lassen.

Psychosomatik. Das ist nichts neues und hat nichts mit dem Quantenunsinn zu tun.

Der Ausdruck "Kinesthetic-Tactile Petting-Stimulation" ist auf amüsante Weise um den Brei herum geredet, aber wenigstens nicht grundsätzlich falsch. Wenn wir der Bemerkung der Übersetzer Glauben schenken (ganz unten) dann verwendet Dr. Chopra kompletten Unsinn um ein bestimmtes Wort zu vermeiden.

Vor nicht allzu langer Zeit, vor ein paar Jahren erst, hat das Gesundheits- und Fürsorgedepartment des Staates Massachusets eine Studie durchgeführt, die sich wieder einmal mit den Risikofaktoren für Herzerkrankungen befasste. Man kann sich natürlich fragen, weshalb eine weitere Studie zu diesem Thema für nötig erachtet wurde. Die Risikofaktoren sind ja längst bekannt: erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck, Diabetes usw. Der Grund dafür war, dass aus Statistiken hervorgegangen war, dass die Mehrzahl der Personen, die ihren ersten Herzinfarkt zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Lebensjahr erleiden, keinen dieser Risikofaktoren haben. Was ergab nun diese neue Studie? Man fand heraus, dass der Risikofaktor Nummer eins für Herzerkrankungen Unzufriedenheit bei der Arbeit ist; wenn Menschen also ihre Arbeit nicht mögen. Risikofaktor Nummer zwei ist die innere Unzufriedenheit. So ging man auf die Strasse und stellte den Leuten zwei Fragen. Erstens: Magst Du Deinen Job? (In Indien würden wir sagen, bist Du im Dharma?) und zweitens: Bist Du glücklich? Und wenn ein Mensch aufrichtig und ehrlich beide mit ´Ja` beantworten kann, ist er vermutlich nicht gefährdet. Eine der erstaunlichsten Statistiken dieser Studie sagt aus, dass in der Westlichen Welt an einem bestimmten Wochentag mehr Menschen sterben als an allen anderen Tagen. Können Sie sich vorstellen, an welchem? Jawohl, am Montag. Und um wie viel Uhr? Genau! Am Montagmorgen zwischen acht und neun Uhr sterben in unserer Zivilisation mehr Menschen an einem Herzinfarkt als zu jedem anderen Zeitpunkt. Das ist erstaunlich, verblüffend, aussergewöhnlich, einzigartig eine Leistung, die nur die menschliche Spezies vollbringen kann, denn vermutlich kennt kein anderes Tier den Unterschied zwischen Montag und Dienstag. Und was macht den Unterschied? Eine Idee, ein Begriff, eine Interpretation!

Wörtlich genommen, mit den Wochentagen, hat er Recht. Aber Tiere haben sehr wohl soziale Organisation und Interaktion. Z.B. die Rangordnung innerhalb eines Rudels hat einen entscheidenden Einfluss auf die Lebenserwartung. Wohl bekannte Psychosomatik.

Ich hoffe, es ist für alle ersichtlich, dass der Körper aus Ideen besteht und auch das Universum ein Ideenfeld oder Ideenpool ist.

Das ist nicht ersichtlich. Alles was ersichtlich ist, ist dass der Körper durch Gedanken beeinflusst werden kann. So wie ein Mechaniker ein Auto reparieren kann, das Auto aber deswegen nicht von dem Mechaniker erschaffen wurde. Wer eine Schublade öffnen und schließen kann, sie sogar noch ver- und entsperren kann, ist nicht notwendigerweise der Tischler der das Möbelstück erschaffen hat.
Das ist der nächste Trugschluss.

Die Frage ist nun: Wer hat diese Ideen? WER oder WAS hat diese Ideen? Wo ist dieses EINE, das diese Ideen hat? Wenn Sie es im Hirn, im Körper suchen würden, wo würden Sie es finden?

Walter Pennfield ist ein kanadischer Wissenschaftler, Neurologe und Nobelpreisträger. Er entfernte operativ Gehirntumore und andere Dinge, und wenn er das Gehirn geöffnet hatte, machte er eine kleine Untersuchung, indem er bestimmte Bereiche des Gehirns elektrisch stimulierte um herauszufinden, wo sich der Kontrollpunkt im Hirn befindet. In einem seiner berühmtesten Experimente stimulierte er einen bestimmten Bereich des motorischen Cortex, als sich der Arm des Patienten plötzlich nach oben zu bewegen begann. Er sagte zum Patienten: ´Was ist los?` und der Patient antwortete: ´Mein Arm bewegt sich`. Er fragte den Patienten: ´Bewegen Sie ihren Arm?` und der Patient antwortete: ´Nein, er bewegt sich`. Da sagte er: ´OK, bewegen Sie jetzt Ihren Arm in die andere Richtung` und der Patient bewegte seinen Arm sofort in die andere Richtung. Ganz gleich, was Walter Pennfield auch unternahm, um den Befehlshaber zu lokalisieren, es gelang ihm nicht. Den Ort, wo der Befehl ausgeführt wird, zu finden, ist einfach, das geschieht im motorischen Cortex. Jedoch jenen Ort, der den Befehl gibt, im Hirn zu finden, ist unmöglich. Man kann die Stelle lokalisieren, wo der Befehl ausgeführt wird, aber der Befehlsgeber kann nicht gefunden werden; er ist nicht lokalisierbar. Er ist zur gleichen Zeit überall und nirgendwo. Er ist der Denker hinter dem Gedanken. Er ist das Selbst, das mit sich selbst interagiert und Ideen generiert. Aber dieses Selbst befindet sich weder im Körper noch im Hirn. Es ist nämlich gleichzeitig überall im Körper, überall im Hirn und gleichzeitig nirgendwo.

Gedanken, Gedächtnis und Assoziationen lassen sich tatsächlich nicht im Gehirn lokalisieren, sie sind fast im ganzen Gehirn vorhanden (aber nur dort). Das Entscheidende ist die zeitliche Korrelation. Alles was zum gleichen Zeitpunkt passiert gehört zusammen, so können mehrere mentale Inhalte gleichzeitig verarbeitet werden. Das Gehirn zeigt in kleinen Bereichen Synchronizität, im normalen Wachbewusstsein aber über größere Bereiche keine Synchronizität.

Diese zeitlichen Muster verändern sich bei Veränderung des Bewusstseinszustandes, beispielsweise in der Meditation. Durch die Synchronisation weiter Bereiche des Gehirns kommt die Erfahrung (oder Illusion, je nach Ansicht) der Einheit zustande. Das hat man bei der Untersuchung buddhistischer Mönche erforscht. Möglicherweise war das vor 20 Jahren noch nicht bekannt.

Es ist gleichzeitig überall und nirgendwo alles zur selben Zeit. Und diese Kraft, die gleichzeitig überall und nirgendwo zur selben Zeit ist, dieses Selbst gehört nicht in den Bereich der Gedanken. Dieses Selbst liegt in der Lücke zwischen unseren Gedanken.

Gedanken und Gehirnaktivität sind nicht das selbe. In der Meditation, wenn die Versuchsperson es schafft nicht zu denken, ist die Gehirnaktivität nicht geringer als im normalen Alltag sondern sogar höher. Das Selbst ist das Abbild das ich mir von meinem Körper, meinen Erfahrungen, meiner Zukunft, meinen Gedanken etc. mache. Der ich-Teil des Abbildes das ich mir von der Welt mache. Die Notwendigkeit irgendetwas metaphysisches oder übersinnliches zu postulieren besteht nicht.

Und es ist dieses Selbst, das Raum, Zeit, Materie und Energie kreiert.

Wieder einmal: Das "Selbst" bzw. unsere aus Erfahrung und Beobachtung zusammengesetzte Wahrnehmung kreiert ein Abbild dessen was wir als Raum, Zeit, Materie und Energie erleben. Genau den Fehler den er anfangs der eingeschränkten Wahrnehmung unterstellt hat und als Aberglauben bezeichnet hat begeht er jetzt selbst.

Wir denken, dass es dort draussen eine ewige Zeit gibt; aber jeder seriöse Wissenschaftler wird bestätigen, dass noch niemand die unabhängige Existenz der Zeit bewiesen hat. Seit 1913 hat nämlich kein respektabler Physiker mehr das Wort ´Zeit` in den Mund genommen. Der Begriff, der gebraucht wird, ist Raum-Zeit-Kontinuum. Zeit, wie wir sie erleben, ist ein weiteres Artefakt unserer Sinneserfahrung.

Kein Artefakt sondern der Sonderfall geringer Energie. Was wir auf der Erde erleben ist eben dieser Sonderfall. Die Relativitätstheorie deckt sich für diesen Sonderfall mit der klassischen Physik und sagt für den Alltag, auf den unser Hausverstand trainiert ist, genau das aus was wir gewohnt sind zu erleben. Die Unterschiede sind im "Normalfall" minimal und nur mit hochpräzisen Messungen festzustellen. Die Zeitdilatation musste z.B. bei den Satelliten des GPS-Systems berücksichtigt werden.

Solange wir uns auf der Erde befinden und uns mit geringer Geschwindigkeit bewegen (gering im Vergleich zur Lichtgeschwindigkeit) können wir die Effekte der Raumzeit getrost und mit sehr geringem Fehler auf die normale Zeit reduzieren. Die Relativitätstheorie bietet einfache Formeln mit denen man das überprüfen kann. Alles andere müsste Dr. Chopra erst beweisen, was wieder einmal Nobelpreis-würdig wäre.

Dr. Chopra behauptet, von Quantenmechanik zu sprechen. Hier erweckt er den Eindruck dass er Quantenmechanik und Relativitätstheorie vereinen könne, bzw. dass er das schon vor 20 Jahren gekonnt hätte. Auch dafür wäre ihm der Nobelpreis sicher gewesen, denn an einer Theorie die Quantenmechanik und Relativitätstheorie vereint (Grand Unified Theory, abgekürzt GUT), arbeiten Physiker bereits seit Jahrzehnten.

Es ist die Art und Weise, wie wir unsere Sinneserfahrung interpretieren. Wir metabolisieren Zeit genau so, wie wir jede andere Erfahrung umwandeln. Ich gebe dazu ein paar Beispiele:

Vor ungefähr einem Jahr traf ich auf dem Flug von Boston nach London einen alten Freund. Wir hatten eine gute Zeit zusammen. Die Zeit verging wie im Fluge. Man sagte uns, dass der Flug sechs Stunden dauerte, aber für uns verging die Zeit im Nu. Wir vergassen zu essen, auf die Toilette zu gehen und zu schlafen. Bei unserer Ankunft hatten wir nicht einmal einen Jetlag (Ermüdungserscheinungen vom Flug). All diese fixen biologischen Kreisläufe wie Essen, Schlafen, Wachen, Verdauen und Metabolisieren wurden aufgrund unserer individuellen Wahrnehmung, dass die Zeit wie im Flug verging oder dass wir eine schöne Zeit zusammen hatten, umstrukturiert.

Wie er selbst sagt, das betrifft die individuelle Interpretation der Zeit, nicht die Zeit selbst. Sonst hätte auch die Uhr stehenbleiben müssen.
Was er umstrukturiert hat war seine eigene psychische und physiologische Reaktion. Das ist bemerkenswert genug, ändert aber nichts an der Zeit.

Wenn wir uns echte wissenschaftliche Messungen statt Dr. Chopra's Anekdote anschauen sehen wir dass die Zeit für den Menschen in normaler Geschwindigkeit abläuft auch wenn er sie subjektiv schneller oder langsamer erlebt. Z.B. Der Psychologe David Eagleman ließ Testpersonen 50m in die Tiefe stürzen. Diese erlebten erwartungsgemäß die Zeitspanne des freien Falls länger als sie wirklich war, sie konnten aber trotzdem nicht mehr Sinneseindrücke aufnehmen als sie es auf festem Boden konnten (in diesem Fall schnell veränderliche Zahlen auf einem Display erkennen).

Bestimmt kennen auch Sie Leute, die ständig sagen ´Ich habe keine Zeit, mir läuft die Zeit davon`, als ob Zeit eine physische Ware wäre, die sie in der Tasche mitnehmen können und die ihnen ständig davonläuft, weil sie ein Loch in der Tasche haben. Sie schauen auf die selbe Uhr wie Sie und ich, aber ihre Uhren gehen viel schneller. Es gibt so viele Termine... usw.usw. Wenn man solche Leute untersucht, sieht man, dass ihre biologische Uhr schneller läuft. Ihr Puls geht schneller, sie haben mehr Arrhythmien pro Minute, ihre Blutplättchen sind nervös, ihr Hormonspiegel (Insulin, Adrenalin, Cortison) ist hoch, und manchmal fallen sie plötzlich wegen eines frühzeitigen Herzversagens tot um, und dann ist ihre Zeit abgelaufen, und sie haben keine Zeit mehr. Diese Menschen setzen das innere Erlebnis von ´Ich habe keine Zeit, mir läuft die Zeit davon` in eine physische Tatsache um. Jemand, der scheinbar alle Zeit der Welt hat, ist biologisch komplett anders.

Wieder das selbe: Es ist die Art und Weise, wie wir unsere Sinneserfahrung interpretieren. Nicht die Zeit selbst.

Und natürlich kennen Sie den Ausdruck ´Die Schönheit des Berges war atemberaubend die Zeit stand still`. Der Ausdruck ´Die Schönheit des Berges war atemberaubend` ist höchst interessant. Weshalb? Wenn die Zeit still steht, dann steht der Atem still, und die Gedanken kommen zum Stillstand. Und wenn die Gedanken zum Stillstand kommen und das Bewusstsein absolut still und ruhig wird, dann erleben wir Zeitlosigkeit.

Dass der Atem stillsteht wird der promovierte Mediziner und erfahrene Meditierende ja wohl selbst nicht glauben!
Zeitlosigkeit ist auch hier wieder nur die Art und Weise, wie wir unsere Sinneserfahrung interpretieren.

Die Zeit ist nämlich nichts anderes als die Bewegung von Gedanken. Zeit ist dasselbe wie jede andere Stimmung, Träumerei, Phantasie oder jede andere Bewusstseinsschwankung. Unser Bewusstsein ersinnt Zeit, gibt sie ans Hirn weiter, und wir metabolisieren sie in den Körper, wo sie sich als Altern manifestiert.

Allerdings zerfallen radioaktive Elemente, oder haben die Gedanken? Bäume wachsen, Berge werden erodiert, Kontinente wandern, alles nur erdacht?
So einen hat es schon vor Jahrtausenden gegeben. Er hieß Zenon und hielt jegliche Bewegung für Trug der Sinne. Als erheiternde Anekdote ist das allemal brauchbar.

Schade dass die Techniker bei dem Reaktorunfall in Fukushima nicht Herrn Dr. Chopra zu Hilfe gerufen haben. Er hätte den Atomen in den Brennstäben erklärt dass sie nicht denken sollen, dass sie sich in die Lücke zwischen den Gedanken begeben sollen. Oder dass sie sich mit ihren Freunden gut unterhalten sollen, vielleicht hätte man die Brennstäbe dazu in ein Flugzeug verladen müssen. Sicher wäre es hilfreich gewesen eine Mega-Party in dem Flugzeug zu feiern und eine gute Zeit zu haben. Also: Die Zeit umzustrukturieren.
Dann wäre für die Atome die Zeit nicht vergangen, sie wären nicht zerfallen und es gäbe das ganze Problem nicht. Statt dessen einen neuen Physik-Nobelpreisträger namens Dr. Deepak Chopra.

Wie wäre es überhaupt mit einem globalen Denkstopp? Die Zeit würde stehen bleiben, Radioaktive Isotope würden nicht mehr zerfallen, wir müssten nicht mehr essen und nicht mehr arbeiten. Wir bräuchten keine Häuser weil es nicht mehr regnet denn auch die Kondensation von Wasserdampf findet in der Zeit (Pardon: Raumzeit) statt. Glücklichsein in der Lücke.
Ihr seht, ich habe mich schon vom Aberglauben des Materialismus befreit. So schnell kann das gehen.

Habe ich zu viel versprochen? Ich hätte nicht gedacht dass "Quantenmechanik" so lustig sein kann.

Genug gelacht, werden wir wieder ernst.

Vor einigen Jahren las ich einen Bericht über eine Gruppe von ungefähr sieben deutschen Bergwerkarbeitern, die in einer Mine verschüttet wurden. Nur einer von ihnen hatte eine Uhr. Um seine Kameraden nicht allzu sehr zu beunruhigen, teilte er ihnen alle zwei Stunden mit, eine Stunde sei vergangen. Nach einer Woche wurden sie gerettet, alle lebend, bis auf denjenigen mit der Uhr. Er war zwar in der Lage gewesen, das kollektive subjektive Zeitempfinden zu ändern, sich selbst konnte er jedoch nicht täuschen. Er hatte ganze Zeit nur die Uhr im Kopf. Sie sehen Zeit ist bloss ein Konzept und nicht die Realität.

Nein. Wieder das selbe: Es ist die Art und Weise, wie wir unsere Sinneserfahrung interpretieren. Nicht die Zeit selbst. Die Behauptung wird auch durch Wiederholung nicht wahr.

Im Vorwort des Bestsellers Eine kurze Geschichte der Zeit von Stephen Hawking macht Karl Seger die folgende Aussage: Stephen Hawking hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Geist Gottes zu verstehen und ist zum Schluss gekommen, dass wir in einem Universum ohne Anfang, ohne Ende, ohne Zeitbegrenzung und ohne räumliche Begrenzung leben.

Dr. Chopra hat wohl nur das Vorwort gelesen. Sonst wäre ihm aufgefallen dass Hawking (nicht nur im Titel des Buches) von der Zeit schreibt - was ja angeblich seit 1913 kein respektabler Physiker getan hat. Oder ist Hawking etwa kein respektabler Physiker?

Ich habe mich ja sehr gewundert dass es so ein Vorwort bei Stephen Hawking geben soll. In meiner (elektronischen) Ausgabe des Buches ist dieses Vorwort nicht enthalten, meine Suche nach Karl Seger ist ergebnislos geblieben.

Des Rätsels Lösung: Aus Carl Sagan wurde Karl Seger (und das ist auch einer der Hinweise darauf dass der Text offensichtlich von einem Audio-Mitschnitt übersetzt wurde).

Im Vorwort steht dass es "auch ein Buch über Gott ... oder vielleicht über die Nichtexistenz Gottes" ist (die Punkte sind im Originalzitat vorhanden), und: "Hawking versucht, wie er ausdrücklich feststellt, «Gottes Plan» zu verstehen. Und um so überraschender ist das – zumindest vorläufige – Ergebnis dieses Versuchs: ein Universum, das keine Grenze im Raum hat, weder einen Anfang noch ein Ende in der Zeit und nichts, was einem Schöpfer zu tun bliebe."

Wer das nicht nachprüft fällt natürlich auf diesen Schwindel herein.

Ich habe ja eingangs gesagt dass ich Zitate nicht nachprüfe, jetzt habe ich doch eines überprüft. Durch geschicktes Weglassen ist der Satz in sein Gegenteil verdreht worden! Das ist eine richtige Gemeinheit über die ich mich richtig ärgere.

Wenn Sie versuchen, das zu begreifen, sich das vorzustellen, werden Sie merken, dass es unmöglich ist, weil man etwas, was nie begonnen hat, weder begreifen noch visualisieren kann. Nehmen wir einmal an, dass ein Anfang existiert, und sofort taucht die Frage auf, was denn vor dem Anfang war. Wenn wir annehmen, dass es ein Ende gibt, müssen wir uns fragen, was denn nach dem Ende sein wird. Wir können auch davon ausgehen, dass das Universum irgendwo aufhört, dann müssen wir uns sofort die Frage stellen, was nach dieser Grenze kommt. Quantenphysik ist nicht nur sonderbarer als wir denken, sie ist sonderbarer, als wir denken können! Unsere linguistisch strukturierte, sogenannte rationale und logische Denkweise ist ein Denksystem, das auf der sensorischen Wahrnehmung des Universums beruht.

Von Dr. Chopra kann man etwas lernen, und zwar wie man Trugschlüsse geschickt verpackt. Dass wir Schwierigkeiten haben, uns etwas ohne Anfang und Ende vorzustellen ist klar. In unserem gewohnten Ausschnitt des Universums kommt so etwas nicht vor. Der Versuch, unsere gewohnte Welt bis zu Anfang und Ende des Universums zu extrapolieren ist zwar verführerisch aber naiv und unzulässig, das sollte auch klar sein. Aber jetzt geht er einen Schritt weiter, indem er salopp über die Extrapolation drüber geht und das wovon er ausgegangen ist für seinen Fehler verantwortlich macht:

Und diese sensorische Wahrnehmung ist inkorrekt.

Bis jetzt hat Dr. Chopra kein einziges plausibles Argument vorgelegt wie er zu dieser Behauptung kommt. Er ist wie ein Zauberkünstler der mit Abbakadabra und Simsalabim vom eigentlichen Trick ablenkt. Gut gemacht, das muss man ihm lassen. Der Unterhaltungswert seines Vortrags ist unbestritten.

Korrekt ist die Quantenphysik, die durch Rechnung und Messung zustande kommt. Und die ist wohl sonderbar, aber nicht sonderbarer als Physiker denken können. Schließlich ist sie ja, wie er selbst gerade gesagt hat, von Menschen erdacht.

Es sei denn er meint nicht die Quantenphysik sondern die Wirklichkeit die von der Quantenphysik beschrieben wird. Woher will er das wissen dass es sonderbarer ist als er selbst denken kann, bei dem "wir" ist er ja selbst dabei. Eine prinzipiell unbeweisbare Behauptung, ein Glaubenssatz, das hat nichts mit Wissenschaft zu tun.

Im Mikrokosmos gelten, wie bekannt, völlig andere Gesetze als in der uns vertrauten Welt. Die Esoteriker anerkennen diesen Unterschied nicht und glauben die für uns seltsamen Phänomene der Quantenphysik im Alltagsleben herbei reden zu können. Das ist Aberglaube.

Wobei dazu gesagt werden muss dass "groß" / "klein" und "gelten" / "nicht gelten" eine Vereinfachung ist. Quantenphänomene verschwinden umso schneller und mit umso höherer Wahrscheinlichkeit je größer die betrachteten Systeme sind. Entsprechend schwieriger werden sie nachzuweisen je größer die betrachteten Systeme sind. Sie sind entsprechend weniger bedeutend je größer die betrachteten Systeme sind und für makroskopische Objekte völlig bedeutungslos.

In den Klauen dieser Art von Rationalität gefangen zu sein, ist das schlimmste Schicksal, das einem menschlichen Wesen widerfahren kann.

Es gibt ein schlimmeres, nämlich in der realitätsfernen Illusion gefangen zu sein, wie z.B. zu glauben die subjektive Wahrnehmung der Zeit sei die Zeit. Es ist genau die Begrenztheit die Dr. Chopra am Anfang dargestellt hat und der er selbst erliegt.

Was Stephen Hawking beschreibt, ist die Natur des Seins. Sein kennt keinen zeitlichen Anfang und kein zeitliches Ende, es ist nirgendwo und überall. Es drückt sich durch unseren Geist, unseren Körper und unsere Erfahrungen im Leben aus, aber man kann es mit den Sinnen nicht berühren. Man kann es jenseits der Gedanken erhaschen.

Stephen Hawking schreibt über Physik, und in der Physik gibt es sehr wohl die (Raum-)Zeit. Dr. Chopra hat zuvor von der Raumzeit gesprochen, mit dieser Aussage verneint Dr. Chopra auch die Raumzeit, widerspricht sich also wieder einmal selbst. Hawking beschreibt nichts was sich nicht mit den Sinnen (erweitert durch Messgeräte) und den Gedanken erfassen ließe.

Es gehört aber nicht zur Welt der Gedanken, sondern ist in der Lücke zwischen unseren Gedanken, der Stille zwischen unseren Gedanken.

Die Lücke zwischen den Gedanken ist nichts anderes als neuronale Aktivität. Und zwar, wie man aus der Gehirnforschung bei Meditierenden weiß, sogar erhöhte neuronale Aktivität.

Es gibt zu diesem Thema einen wunderbaren Ausspruch von Rumi, dem grossen Mystiker aus dem Mittleren Osten. Er sagt: Jenseits der Idee von Gut und Böse liegt eine Wirklichkeit dort werde ich Dich treffen. Rumi spricht also buchstäblich von diesem EINEN Feld jenseits der Gedanken. Es befindet sich in der Lücke zwischen unseren Gedanken, und manche Menschen gelangen zum Beispiel während der Meditation dorthin. Es gibt auch andere Methoden, bei denen eine einfache Verschiebung der Aufmerksamkeit ein Erleben der Einheit von Beobachter und Beobachtetem ermöglicht. Wenn wir nämlich diese Einheit zwischen Beobachter und Beobachtetem und den Prozess des Beobachtens erfahren, erleben wir, dass sie in Wirklichkeit ein einziges ist.

Neuronal gut erforscht. Es handelt sich um das Synchronisieren der Gehirn-Aktivitäten über größere Areale im Gehirn. Im normalen Wachbewusstsein sind die neuronalen Aktivitäten dagegen nur über kleine Bereiche des Gehirns synchronisiert. Was zusammengehört wird durch synchrone Aktivität repräsentiert. Werden Neuronen über das ganze Gehirn hinweg synchron aktiviert, verschwinden alle Grenzen und damit auch die ich-Grenzen und der Meditierende erlebt sich als eins mit dem (grenzenlosen) Universum. Faszinierend, aber nichts metaphysisches, mystisches oder sonstwie esoterisches.

Normalerweise ist das unmöglich, weil unsere Wahrnehmung durch Erinnerungen, Interpretationen, Klassifizierungen, Beschreibungen, Definitionen, Analysen, Evaluationen und Werturteile getrübt ist. Wir können nicht durch ´Neugeborenenaugen` sehen.

Was ist unsere Wahrnehmung ohne Erinnerungen, Interpretationen, Klassifizierungen, Beschreibungen, Definitionen, Analysen, Evaluationen und Werturteile? Da sind wir bei der formlosen "Suppe". Bedeutungslos, im wahren Sinn des Wortes.

Geheilte Blinde brauchen z.B. einige Tage bis sie die visuellen Reize verarbeiten können. Auch Neugeborene können die optischen Eindrücke nicht zu dem zuordnen was der Tastsinn vermittelt. Sie müssen buchstäblich erst die Welt begreifen. Also Erinnerungen, Interpretationen, Klassifizierungen, Beschreibungen, Definitionen, Analysen, Evaluationen und Werturteile ansammeln. Ja, auch Werturteile. Z.B. "Heiß = schlecht, nicht hin greifen".

Mit den Augen eines Neugeborenen möchte ich nicht sehen müssen: Ein Neugeborenes sieht fast nichts. Nicht dass keine optischen Informationen ins Hirn kämen, die optischen Informationen können nicht verarbeitet werden. Erst durch Ausbilden und Verstärken synaptischer Verschaltungen können Neugeborene lernen irgendetwas zu erkennen. Auch hier hat uns Dr. Chopra die Arbeit abgenommen ihm zu widersprechen. Erinnern wir uns daran was  wir anfangs bei den Kätzchen gehört haben: Ohne die "interneuronalen Verbindungen" keine Wahrnehmung.

In den Shiva-sutras, einer der ältesten Schriften der Welt, finden wir den Ausspruch: Schau die Welt mit frischen Augen an, schau einen gewöhnlichen Gegenstand an, als ob Du ihn zum ersten Mal sehen würdest.

Dr. Chopra schweift wieder vom Thema ab. Quantenmechanisches Modell, nicht Mystik!


Wenn wir ein Objekt wie zum ersten Mal anschauen würden, so könnten wir sehen, dass eigentlich der Beobachter beobachtet wird, dass der, der schaut, eigentlich der ist, welcher angeschaut wird. Manchmal machen Leute diese Erfahrung sogar zufällig.

Gerade haben wir erfahren dass wir das nicht können. Dr. Chopra widerspricht sich schon wieder.
Eigentlich nett von ihm, ich bräuchte ihm gar nicht zu widersprechen denn er tut es selbst.

Vor einigen Jahren hatte ich einen Patienten, der auf einem Nachbarhaus die Antenne reparierte. Dabei hob er ein Stück Kabel auf, das er für nicht geladen hielt, durch das aber 12000 Volt flossen. Er starb auf der Stelle. Und wie stirbt man, wenn 12000 Volt durch das Herz fliessen? Ein Phänomen, genannt ´ventrikuläre Fibrillation`, wird ausgelöst. Das Herz fibrilliert. Er fiel also vom Dach; aber wie es das Schicksal wollte, fiel er auf seine Brust, genau in dem Winkel, genau auf die Stelle, genau mit der Wucht, die es brauchte, um sein Herz zu defibrillieren. Eine ganz aussergewöhnliche Geschichte, so als ob Gott ihn gerufen und dann plötzlich seine Meinung geändert hätte. Das Ganze dauerte nur ein paar Sekunden. Der Mann wurde vom Unfallort ins Spital transportiert, und er sagte: `Mein Geist ging immer wieder zu dieser Lücke zurück.` Er nennt diesen kleinen Vorfall, dieses kleine Zeitintervall, die Lücke. Wir fragten: ´Was war in dieser Lücke?` und er antwortete: ´Dort war reine, grenzenlose Freude. Es war reine Glückseligkeit.` Wir sagten: ´Sie waren es sich bewusst?` Er sagte: ´Oh ja, ja, ich war es mir bewusst.` Wir fragten: ´Wessen waren Sie sich bewusst?` Er sagte: ´Ich war mir bewusst, dass ich bewusst war.` Wir fragten: ´Können Sie das etwas spezifischer erklären?` Er antwortete: Ja, es war reines Gewahrsein. Das einzige, was ich sagen konnte, war: ICH BIN. Ich bin nicht dies, ich bin nicht jenes, einfach ICH BIN. Es war die Erfahrung meiner eigenen Unsterblichkeit, die Erfahrung von Ewigkeit. Es war die Erfahrung von Glückseligkeit, von reiner Freude. Ich ging dermassen darin auf, dass ich realisierte, dass alles andere nur ein Konzept ist. Und ich wurde ein für alle Mal, total und gänzlich dieses Ding los, das die Menschen Angst nennen.

Das erstaunliche an der Geschichte des Mannes war, dass der Oberschenkel dort, wo der elektrische Strom aus seinem Bein ausgetreten war, total verbrannt war. Sein Oberschenkelknochen lag frei, alles was man sehen konnte, waren zerfetzte Blutgefässe und Knochen. Im Spital dachte man, dass nicht nur sein Körper, sondern auch sein Hirn durchgebrannt sei. Er weigerte sich nämlich, sein Bein amputieren lassen, was die einzig angemessene Massnahme bei dieser Art von Verletzung gewesen wäre. Aber er sagte, dass er jetzt jederzeit in die Lücke gehen könne und zwar durch einen einfachen Dreh der Aufmerksamkeit. Er würde seine Aufmerksamkeit auf die Lücke richten und in sie hineingleiten. Dort würde er wieder diese reine Freude erleben und von dort aus seine Aufmerksamkeit auf das Bein richten, wo er anstatt des grauenhaften Schmerzes ein angenehmes Kitzeln wahrnähme. Und so ist ihm im Laufe zweier Jahre ein neues Bein gewachsen. Weshalb? Weil er an den selben Ort ging, von dem aus die Natur alles kreiert. Dieser EINE Ort ist in der Lücke zwischen unseren Gedanken. Es ist der nichtlokalisierte Geist, aus dem die Natur alles gebiert. Die Natur geht zu diesem Ort, um eine Galaxie, einen Regenwald oder einen neuen Gedanken zu kreieren.

Ich habe eingangs gesagt dass ich Zitate, Fallberichte etc. nicht nachprüfe sondern vertraue dass Dr. Chopra wenigstens nicht schummelt. Seitdem ich das Zitat von Carl Sagan überprüft habe ist mein Vertrauen allerdings ziemlich erschüttert und ich habe Zweifel ob man seinen Belegen trauen kann. Aber trotz allem Zweifel:

Nahtoderlebnisse sind verständlicherweise bewusstseinsverändernd. Die Gedanken, Bewertungen etc. sind Produkte der gesammelten Sinneseindrücke (Erinnerungen, Lerneffekte) und dass sich diese bei so einem eingreifenden Erlebnis verändern liegt auf der Hand. Um das einzusehen braucht es keinen Glauben an außer-sinnliche, außer-körperliche oder gar quantenmystische Phänomene.

Regenerationsvermögen bei Säugetieren nachzuweisen bzw. zu bewirken wäre noch einen Medizin-Nobelpreis wert.

Da sich der Patient das Bein nicht amputieren ließ war andererseits keine Notwendigkeit für das Wachsen eines neuen Beines. Also handelt es sich, sagen wir, um eine stark übertriebene Darstellung. Wollen wir es einmal mit dem Widerspruch nicht so ernst nehmen.
Die Vorhersage von Heilungschancen ist naturgemäß mit Unsicherheit behaftet und alles was wir hier sehen ist dass die Heilung besser als vom behandelnden Arzt vorhergesagt war. Die erfreuliche Stimmungslage des Patienten war der Heilung wahrscheinlich dienlich (Psychosomatik).

Wobei noch dazu zu sagen ist dass Dr. Chopras's These dadurch, dass der Versuch eines Beweises gründlich fehlgeschlagen ist, trotzdem nicht widerlegt ist.

Wenn die Heilmethode funktioniert so drängt sich die Frage auf wozu der pseudowissenschaftliche Unsinn und die offensichtliche Manipulation dienen sollen. Die Frage, warum Dr. Chopra so etwas notwendig hat.

Mit diesem Wissen können wir jetzt die eigentliche Frage stellen: Wer sind wir? Sind wir lediglich ein Ego, eingesperrt in einen Beutel aus Haut und Knochen, oder ist da noch etwas Beständigeres und Umfassenderes? Der Rishi, der Seher, sagt: Durch das Artefakt der sensorischen Interpretation habt Ihr Euch selber begrenzt, Euch buchstäblich auf Euren Körper beschränkt. Ihr habt Euch auf das Volumen eines Körpers und die Zeitspanne eines Lebens begrenzt und Euch Beschränkungen auferlegt, die völlig konzeptuell sind. Ihr habt Probleme kreiert wie Geburt und Tod, Freude und Schmerz, Richtig und Falsch etc. Will man diese Beschränkungen hinter sich lassen, muss man sich erfahren, wie man wirklich ist. Und dann realisiert man, dass man nicht im Geist ist, sondern der Geist in uns ist. Dass wir nicht im Körper sind, sondern der Körper in uns ist. Dass wir nicht in dieser Welt sind, sondern die Welt in uns ist. Körper, Geist und Welt passieren uns, weil wir uns zufälligerweise dafür interessieren.

Ein Schüler fragte einmal seinen Meister: ´Leben wir in der gleichen Welt? Du scheinst in einer ganz anderen Welt zu leben.` Der Meister antwortete:Ja, wir leben in der genau gleichen Welt. Der einzige Unterschied ist, dass Du Dich in der Welt siehst und ich die ganze Welt in mir sehe.

Und wieder sind wir bei der Mystik. Wissenschaftlich hat Dr. Chopra bis jetzt erbärmlich versagt, er sollte bei der Mystik bleiben. Da gibt es immerhin nichts zu widerlegen.

Diesen Teil in uns zu finden, bedeutet, das Feld selber zu finden. Und das Feld ist reine Potentialität. Das Feld ist kein Kontinuum oder ein Modell von Raum-Zeit-Ereignissen; das Feld ist reine Potentialität. Es ist das Kontinuum aller möglichen Energie- und Informationsstadien, die sich später als Raum-Zeit-Ereignisse manifestieren. Und dieses Feld, ich möchte das noch einmal betonen, ist in der Lücke zwischen unseren Gedanken. Es ist in der Lücke der Stille, die nicht lokalisierbar ist.

Als ob er sich nicht mit dem Feldbegriff genug blamiert hätte streut er zum Schluss noch ein paar zusammenhanglos angehäufte Fremdwörter ein.

Wenn ich mit Euch spreche, befindet sich zwischen jedem Wort und jedem Gedanken eine Lücke. Ich könnte zum Beispiel sagen: ´Ich werde jetzt diesen Raum verlassen.` Oder ich könnte sagen: ´Ich werde meine Schuhe ausziehen.` Oder: ´Ich werde Wasser trinken.` Zwischen dem ´werde` und dem nächsten Wort gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Unendliche Möglichkeiten zwischen jedem einzelnen Wort. Stellen Sie sich vor: unbeschränkte Möglichkeiten! Aus diesem Grund ist es ein nicht lokales Feld reiner Potentialität. Das Feld aller Möglichkeiten, das Kontinuum aller möglichen Raum-Zeit-Ereignisse.

Hier noch ein weiteres Beispiel dafür, was der Zugang zu dieser Lücke bewirken kann. Die Geschichte ist einem meiner Freunde, einem englischen Anthropologen, zugestossen. Er arbeitete an einem Buch über Wale und war auf der Suche nach einer bestimmten Walart auf die Indonesischen Inseln gereist, um sie dort zu fotografieren. Nach drei oder vier Wochen erfolgloser Suche erzählte er einmal einem Dorfältesten, was er suchte. Der Dorfälteste sagte: ´Kein Problem, wir haben hier ein zwölfjähriges Mädchen, das dir den Wal beschaffen kann.`

Am nächsten Tag setzte er sich also mit dem Mädchen an den Strand, und es schloss seine Augen. Nach etwa zwanzig Minuten sah der Anthropologe mit Herzklopfen den Wal seiner Wahl am Horizont auftauchen. Und dann, so erzählte er mir, raste sein Herz, denn der Wal kam näher und näher und strandete schliesslich zu Füssen des Mädchens. Sie mussten die Dorfbewohner holen, um den Wal wieder ins Meer zurückzubefördern. Mein Freund suchte das Mädchen und fragte es: ´Was hast Du gemacht? Wie hast Du das gemacht?` Es antwortete: Oh, es war wirklich ganz einfach. Ich ging an den Ort, wo wir alle die gleiche Sprache sprechen und bat den Wal zu kommen.

Was ist das für ein Ort, an dem wir alle die selbe Sprache sprechen? Es ist der Raum der Stille; unaussprechlich, erhaben, noch viel abstrakter; aber in Wirklichkeit sind wir dieses unaussprechliche, erhabene, fühlende Wesen. Und die sogenannte ´materielle Realität` ist nur ein kleines Fragment dieses gewaltigen, erhabenen, unaussprechlichen, abstrakten, fühlenden Wesens.

Die Geschichte des Anthropologen geht noch weiter: Am nächsten Tag ging er mit dem Mädchen fischen. Sie nahmen ein Boot, fuhren hinaus, und alle paar Minuten steckte das Mädchen den Kopf ins Wasser und sagte: ´Fahren wir zehn Meilen in diese Richtung` oder ´fahren wir dorthin`, und so fanden sie alle Fische, die sie suchten. Letztendlich konnte mein Freund nicht anders, er musste es ebenfalls probieren. Er steckte also seinen Kopf ins Wasser, bis er fast erstickte, tauchte wieder auf und sagte: ´Ich habe nichts gehört.` Und das Mädchen, dieses kleine, zwölf Jahre alte Mädchen erwiderte: Eben das ist der Trick, die Stille zu hören. In der Stille ist der Raum aller Möglichkeiten.

Zum Abschluss ein kleines Märchen nach dem Strickmuster "Ich kenne einen der hat es selbst erlebt". So etwas kann man glauben oder nicht. Nach den offensichtlichen Unwahrheiten ist meine Bereitschaft es zu glauben aber stark eingeschränkt.

Ich möchte meinen Vortrag an dieser Stelle mit einem kleinen Zitat von Kafka schliessen. Kafka war ja im allgemeinen ein sehr deprimierender Schriftsteller, aber einmal brachte er eine brillante Beschreibung des Weges zur Erleuchtung zu Papier:

Du brauchst Dein Zimmer nicht zu verlassen, bleib einfach an Deinem Tisch sitzen und horche.
Du brauchst nicht einmal zu horchen, warte einfach.
Du brauchst nicht einmal zu warten, werde einfach still und die Welt wird sich Dir offenbaren; sie hat gar keine andere Wahl.



Besten Dank!

Besten Dank dass es zu Ende ist.

Über Quantenmechanik hat er - entgegen der Einleitung - nichts gesagt.


Anmerkung der Übersetzer:

1.Das obige Zitat von Kafka ist den Übersetzern in der Originalfassung nicht bekannt. Da es aus dem Deut-
schen ins Englische und dann sinngemäss wieder zurück ins Deutsche übersetzt wurde, entspricht es möglicherweise dem Originaltext nicht mehr.

2. Was im wissenschaftlichen Jargon Quantensuppe, nicht-lokalisierbares Feld von Energie und Information, Leerer Raum unendlicher Möglichkeiten usw. genannt wird, entspricht dem altehrwürdigen Begriff GOTT. Mystiker, Seher und Meditierende aller Zeiten und aller Religionen haben diesen Gott auf ihre Weise ´gesehen`, erfahren oder sind mit ihm eins geworden. Sie mögen dieses EINE, namenlose, Unaussprechliche Brahman, Sat-Chit-Ananda, Tao, Nirvana, Satori, Shunyata, Erleuchtung, Heiliger Geist, Christusbe-
wusstsein, Allah oder sonst wie nennen; immer ist damit Gott, der Schoss der Schöpfung, gemeint.

Dann wäre es wesentlich einfacher, Gott zu sagen. Aber dann kann man das ganze nicht als Naturwissenschaft verkaufen.

Und, natürlich: Wer von unendlich vielen Möglichkeiten spricht, hat Quantenphysik grundsätzlich nicht verstanden. Gerade durch die Quantisierung gibt es nur endlich viele Möglichkeiten. Dass ein "nicht-lokal(isierbar)es Feld" Unsinn ist wissen wir auch schon, Autor und Übersetzer aber nicht (oder verlassen sich darauf dass es der Leser nicht weiß).


Aus dem Englischen vom Raum der Stille Team, www.uroboros.ch .


Der Vortrag soll wie eine logische Abfolge von Schlussfolgerungen aussehen und sieht für jemanden der ihn innerhalb einer Stunde über sich ergehen lässt und/oder jemanden der nicht mitdenkt wahrscheinlich wirklich so aus. Ich hoffe es ist jedem klar dass das nicht der Fall ist.

Das Schöne an diesem Vortrag ist dass Dr. Chopra ziemlich konkrete Aussagen macht, was in der Esoterik-Szene ja nicht selbstverständlich ist. So kann man einzeln darauf eingehen. Ihr sollt meine Aussagen natürlich auch nicht blind akzeptieren sondern kritisch überprüfen. Interessant ist weiters, wie gekonnt Dr. Chopra Trugschlüsse einstreut und und die Zuhörer manipuliert. Mit einigem Geschick tut er so als handle es sich um Wissenschaft, so dass ein unbedarftes Publikum ohne weiters darauf hereinfallen kann.

Wenn seine Heilmethode funktioniert, wozu dienen dann die offensichtlichen Unwahrheiten und die gezielte Manipulation? Warum hätte er das nötig?

Wenn es für die "Quantenheilung" notwendig ist durch Lügen einen Placebo-Effekt zu erzeugen, dann bitte bessere Lügen.


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